15 Jahre MetroBus – Linie 4: Vom Wildacker in die Innenstadt

Von der Stadtgrenze bis in die Hamburger Innenstadt: Das ist die Linie 4, der wir uns heute im Rahmen unserer Serie zum 15-jährigen MetroBus-Jubiläum widmen. Für den 12,9 (ab Brandstwiete) bzw. 13,9 (ab ZOB) Kilometer langen Linienweg benötigt die Linie 4 etwa eine Stunde. Vorläufer war die Linie 182, welche Eidelstedt mit Eimsbüttel verband.

LL-4

Die Linie 4 beginnt im Eidelstedter Ackerviertel an der Haltestelle Wildacker. Auch wenn hier spätestens seit der Bebauung in der Wirtschaftswunderzeit keine Acker mehr existieren, ist die Umgebung nur locker bebaut und mit viel Natur versehen. Nach längerer Fahrt über den Baumacker durch das Ackerviertel wird die AKN-Haltestelle „Eidelstedt Zentrum“ und kurz darauf der zentrale Umsteigepunkt „Eidelstedter Platz“ erreicht. Neben Umsteigemöglichkeiten in viele Buslinien besteht auch die Möglichkeit des Einkaufens im „Eidelstedt-Center“.

Das Eidelstedt-Center entstand als typisches Einkaufszentrum der 80er Jahre. Doch die Entwicklung der Zeit hat das Center verschlafen. Mehrmals gab es Überlegungen, das Einkaufszentrum auszubauen, was jedoch auf Grund des Protests von Naturschützern nicht funktionierte. Bei einem Volksentscheid entschieden sich 68 Prozent der Eidelstedter gegen einen Ausbau. Reizvoll sind jedoch die immer wieder stattfindenden Ausstellungen: So findet noch bis zum 11. Juni eine Ausstellung rund um die Schokolade statt.

Weiter verläuft die Strecke entlang der Kieler Straße und passiert südlich der Haltestelle „Reichsbahnstraße“ den am Ende des 18. Jahrhunderts von einem Pastor, der an einer Geschäftsidee scheiterte, gegründetem Sola-Bona-Park. In der heute als Kindertagesstätte genutzten Villa erinnert die Inschrift „Sola bona quae honesta (Nur die Dinge sind gut, die anständig sind)“ an Pastor Reichwaldt, welcher für seine „Gaststätte für gehobene Ansprüche“ auf Grund der damals schlechten Verkehrsanbindung nicht genügend Kunden anlocken konnte.

In dieser Villa befand sich das Gasthaus von Pastor Reichwaldt und heute der Kindergarten Sola-Bona. Die schlechte Verkehrsanbindung war jedoch nicht der einzige Grund für die sinkende Kundenzahl, hinzu kam nämlich, dass das Lokal den Ruf als unsittliche Gaststätte hatte. Zwar konnte Reichwaldt diesen Vorwurf gerichtlich widerlegen, jedoch waren sie nicht unbegründet, da Reichwaldt seine Angestelltinnen in Schäfchenkostümen bedienen lies.

Der Kieler Straße weiter folgend überquert die Linie 4 die Bundesautobahn 7. An dieser Stelle soll zukünftig der „Stellinger Deckel“ beginnen. Im weiteren Verlauf fährt die Linie 4 durch in Teilen als Wohngebiet, in anderen Teilen als Gewerbegebiet genutzte Umgebung des Stadtteils Stellingen. Die Linie 4 folgt dem Verlauf der Kieler Straße bis zum Langenfelder Damm, wo sich die gleichnamige Haltestelle und der Betriebshof Langenfelde der Hamburger Hochbahn befinden.

Erst im Juli 2015 wurde der umfassend umgebaute Betriebshof Langenfelde eröffnet. Seitdem können hier über 200 Busse für 29 Buslinien, darunter die XXL-Busse für die MetroBus-Linie 5, gewartet werden. Das Gelände ist 33.000 Quadratmeter groß, 2015 arbeiteten hier 483 Mitarbeiter.

Dem städtisch geprägten Langenfelder Damm folgt die Linie 4 bis zur 1893/94 erbauten Apostelkirche. Die Busse in Richtung Innenstadt fahren weiter über die Schwenckestraße vorbei am 1956 eröffneten und nach dem ehemaligen Hautarzt und Grundstückseigentümer Paul Gerson Unna benanntem Unnapark in die Osterstraße mit Halt an der gleichnamigen U-Bahnhaltestelle. Inzwischen befindet sich die Linie 4 im Herzen von Eimsbüttel, welches vom dominierenden Karstadt-Gebäude geprägt wird.

Die derzeit hier stattfindenden Umbaumaßnahmen sollen für ein schöneres Stadtbild sorgen, so sind breitere Bürgersteige entstehen und eigene Radspuren auf der Straße entstehen. Die Eimsbütteler sehen dies jedoch zwiespältig, insbesondere Autofahrer fühlen sich durch die wegfallenden Parkplätze beeinträchtigt. Dominierend ist die Uhr der Karstadt-Filiale, während das Gebäude an sich eher unschön aussieht. Obwohl es für die Filiale im Zuge der zahlreichen Einsparmaßnahmen immer wieder Schließungspläne gab, lädt das Kaufhaus auch heute noch zum Flanieren ein.

In Gegenrichtung folgt der Linienlauf vom Schulweg dem Dormannsweg bis zum 1965 eröffneten Hamburg-Haus. Hier biegen die Busse, vorbei am 1852 vom gleichnamigen Weinhändler errichteten Wehbers Park, in die Fruchtallee ein und folgen dem Straßenzug mit Halt an der U-Bahnhaltestelle Emilienstraße bis zur Apostelkirche.

Die Apostelkirche wurde in den Jahren 1893 und 94 erbaut und das auf der grünen Wiese. Erst zehn Jahre später kamen umliegende Häuser hinzu. Im September 1977 brannte die Kirche vollständig nieder und konnte erst fünf Jahre später wiedereröffnet werden. So ist die Kirche aus der Anfangszeit nicht mehr erhalten, obwohl sie den Bombenhagel im zweiten Weltkrieg unbeschadet überstanden hat.
Die Apostelkirche wurde in den Jahren 1893 und 1894 erbaut und das auf der grünen Wiese. Erst zehn Jahre später kamen umliegende Häuser hinzu. Im September 1977 brannte die Kirche vollständig nieder und konnte erst fünf Jahre später wiedereröffnet werden. So ist die Kirche aus der Anfangszeit nicht mehr erhalten, obwohl sie den Bombenhagel im zweiten Weltkrieg unbeschadet überstanden hat. Von Jan SchmidtFlickr: eimsbuettel im januar (1), CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=15167448

Vom Schulweg fährt die Linie 4 weiter entlang der Osterstraße bis zum Kaiser-Friedrich-Ufer, an welchem der Isebekkanal überquert wird. Vorbei am Gymnasium Kaiser-Friedrich-Ufer und einigen Sportplätzen geht es zur Schlankreye, wo das Viadukt der Linie U3 unterquert wird. Die Busse in Richtung Innenstadt fahren über die Gustav-Falke-Straße zur U-Bahnhaltestelle Schlump. In Gegenrichtung folgt die Linie 4 den Straßen Schäferkampsallee und Moorkamp.

Das Geomatikum entstand in den 70er Jahren, ist 85 Meter hoch, umfasst 20 Stockwerke und ist damit das höchste Gebäude der Universität Hamburg. Zur Jahrtausendwende machte das Gebäude Schlagzeilen, weil sich Suizidfälle hier häuften. Grund waren ungesicherte Notausgänge, die nach außen führten. Derzeit entsteht ein Neubau direkt neben dem jetzigem Gebäude.

Der Straße Beim Schlump folgend fährt die Linie 4 am „Geomatikum“ und einigen anderen Einrichtungen der Universität Hamburg vorbei und erreicht schließlich die in der Grindelallee gelegene Haltestelle Bezirksamt Eimsbüttel. Über die Straßen Grindelallee und Edmund-Siemers-Allee führt die Linie weiter vorbei an den verschiedenen Fakultäten der Universität bis schließlich zum im Jugendstil errichteten Bahnhof Dammtor, der trotz seiner Größe auf Grund ihm fehlender Weichenverbindungen eigentlich nur ein Haltepunkt ist.

Der heutige Bahnhof Dammtor wurde 1903 in Dammebene auf dem Gelände des Bahnhofes von 1866 eröffnet von Kaiser Wilhelm II. persönlich eröffnet, weshalb er auch heute noch Kaiserbahnhof genannt wird. Ab 1999 wurde der Bahnhof, der, seitdem es dort keine Weichen mehr gibt, bahnrechtlich nur ein Haltepunkt ist, allerdings mit 43.000 Reisenden am Tag der größte in Deutschland, modernisiert.
Der heutige Bahnhof Dammtor wurde 1903 in Dammebene auf dem Gelände des Bahnhofes von 1866 von Kaiser Wilhelm II. persönlich eröffnet, weshalb er auch heute noch Kaiserbahnhof genannt wird. Ab 1999 wurde der Bahnhof, der, seitdem es dort keine Weichen mehr gibt, bahnrechtlich nur ein Haltepunkt ist, allerdings mit 43.000 Reisenden am Tag der größte in Deutschland, modernisiert.

Hinter dem Bahnhofsgebäude biegen die Busse Richtung Süden in den Dammtordamm ab und erreichen die Haltestelle U Stephansplatz, an welcher Übergang zur U1 besteht. Weiter am Gänsemarkt vorbei (U2) erreichen die Busse den Jungfernstieg mit nobelsten Läden und Blick auf die Binnenalster und Übergang zu diversen Schnellbahnlinien. Weiter folgt der Linienweg über den Reesendamm (in Gegenrichtung im Plan) zum Rathausmarkt.

Als in Hamburg in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Rahmen des Deutschen Zollvereins immer mehr Schiffe ankamen, mussten neue und innovativere Lagerflächen her. Auf dem ehemaligen Wohngebiet Kehrwieder entstand dort ab 1883 die Speicherstadt in dem neuen Freihafengebiet. Während des zweiten Weltkriegs zerstörte Gebäude wurden bis in die 60er Jahre originalgetreu wiederaufgebaut worden. 2003 wurde er Freihafenstatus zugunsten der neu entstehenden HafenCity aberkannt. Auch heute werden viele Böden noch als Lager, vielfach für Teppiche genutzt, aber auch viele Museen, darunter mit dem Miniatur Wunderland die größte Miniatureisenbahnanlage der Welt, haben sich hier in den vergangenen Jahren angesiedelt.
Als in Hamburg in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Rahmen des Deutschen Zollvereins immer mehr Schiffe ankamen, mussten neue und innovativere Lagerflächen her. Auf dem ehemaligen Wohngebiet Kehrwieder entstand dort ab 1883 die Speicherstadt in dem neuen Freihafengebiet. Während des zweiten Weltkriegs zerstörte Gebäude wurden bis in die 60er Jahre originalgetreu wiederaufgebaut worden. 2003 wurde er Freihafenstatus zugunsten der neu entstehenden HafenCity aberkannt. Auch heute werden viele Böden noch als Lager, vielfach für Teppiche genutzt, aber auch viele Museen, darunter mit dem Miniatur Wunderland die größte Miniatureisenbahnanlage der Welt, haben sich hier in den vergangenen Jahren angesiedelt.

Am Rathausmarkt teilt sich der Linienweg: Außerhalb der Schwachverkehrszeit fährt an Werktagen jeder zweite Bus über die Schmiedestraße zur Brandstwiete in die Speicherstadt. Der andere Linienweg führt vorbei an vielen Läden durch die Mönckebergstraße zum Hamburger Hauptbahnhof, wo die Linie 4 am ZOB schließlich endet. Seit September 2015 fahren die Busse zum Kehren weiter zur ehemaligen Straßenbahnkehre in der Adenaueralle, wo auch die die Fahrzeuge mit elektrischem Antrieb auf der Innovationslinie 109 aufgetankt werden.

Ursprünglich wendeten hier viele Fahrzeuge der Straßenbahn, doch die Strecke zum ZOB wurde – samt Kehre – am 23. Mai 1978 stillgelegt. Seitdem wurde die Fläche als eher minder gepflegter Parkplatz genutzt. Zum Fahrplanwechsel 2014 wurden hier jedoch Überliegeplätze für die neue Innovationslinie 109 samt preisgekrönter Aufladestation geschaffen. Anfang September 2015 wurde die gesamte Fläche fertiggestellt, so dass sich hier nun auch Überliegeplätze für die Linie 109, sondern auch für die Linien 4 und 37 geschaffen wurden.
Ursprünglich wendeten hier viele Fahrzeuge der Straßenbahn, doch die Strecke zum ZOB wurde – samt Kehre – am 23. Mai 1978 stillgelegt. Seitdem wurde die Fläche als eher minder gepflegter Parkplatz genutzt. Zum Fahrplanwechsel 2014 wurden hier jedoch Überliegeplätze für die neue Innovationslinie 109 samt preisgekrönter Aufladestation geschaffen. Anfang September 2015 wurde die gesamte Fläche fertiggestellt, so dass sich hier nun auch Überliegeplätze für die Linie 109, sondern auch für die Linien 4 und 37 geschaffen wurden.

Die Linie 4 geht aus der Linie 182 hervor, welche ursprünglich nur zwischen den Haltestellen Osterstraße und Eidelstedter Platz. Weil die Hamburger Hochbahn nicht genügend Fahrzeuge übrighatte, um alle Straßenbahnlinien zu ersetzen, wurde die Linie als Auftragsleistung an die PVG vergeben. Später verlängerte man die Linie zum Wildacker, lange Zeit hieß das Ziel noch Eidelstedt Nord, und für bessere Umsteigebeziehungen zum Schlump.

Zur Entlastung der Kehre am Schlump wurden einige Fahrten zur Sternschanze verlängert. Zum Sommerfahrplan 2000 wurde jede zweite Fahrt an Werktagen vom Schlump über die Bundesstraße und dann dem Linienlauf der 102 (heute 5) folgend zum Rathausmarkt verlängert. Zum Fahrplanwechsel 2001 wird die Linie 182 zum MetroBus 4. Gleichzeitig entfallen sämtliche Fahrten zwischen Schlump und der Sternschanze, im Gegenzug werden weitere Fahrten zur Entlastung des MetroBus 5 zum Rathausmarkt verlängert.

Unterdessen schritt der Bau der HafenCity weiter voran, so dass man zum Fahrplanwechsel 2008 einige Fahrten des MetroBus 4 zu den Marco-Polo-Terrassen in die HafenCity verlängert. Mit Eröffnung der U4 zog man den MetroBus 4 zurück zur Brandstwiete, zudem fuhr ein Teil der Busse vom Rathausmarkt weiter durch die Mönckebergstraße.

Mit dem Fahrplanwechsel 2015 tauschte die Linie M4 ihre Überliegeplätze am Hauptbahnhof mit denen der neuen Innovationslinie 109. Mit der vollständigen Eröffnung aller Überliegeplätze an der ehemaligen Straßenbahnkehre im September 2015 konnte auch die M4 wieder bis zum ZOB fahren. Außerdem fuhr die M4 2015 erstmals seit vielen Jahren nach einem „Sommerferienfahrplan“, bei dem der 5-Minutentakt in Lastrichtung während der Sommerferien entfiel.

Abschnitt Alle 20 Alle 10 Alle 5
Wildacker – Eidelstedter Platz 4-24 / 0-24 / 0-24 außer 5-8 (alle 40) 5-21 / 9-21 / 13-21 – / – / –
Eidelstedter Platz – U Schlump 4-24 / 0-24 / 0-24 außer 5-8 (alle 40) 5-21 / 9-21 / 9-23 7-10 + 12-20 / – / –
U Schlump – Rathausmarkt 4-24 / 4-25 / 8-24 6-21 / 9-21 / 13-21 7-10 + 12-20 / – / –
Rathausmarkt – Brandstwiete 7-20 / – / – – / – / – – / – / –
Rathausmarkt – Hbf ZOB 7-21 / 9-17 / – – / – / – – / – / –

Innerhalb der Zeiten fährt der Bus montags – freitags / samstags / sonn- und feiertags mindestens so häufig wie angegeben. Bei den Zeiten handelt es sich um Richtwerte. Abweichende Takte in Klammern. 25 Uhr = 1 Uhr des Folgetages. *5 Minuten-Takt nur in Lastrichtung: morgens in Richtung Rathausmarkt, nachmittags in Richtung Eidelstedter Platz. 

Die Linie 4 wird überwiegend mit Gelenkbussen vom HOCHBAHN-Betriebshof Langenfelde betrieben. 2012 fuhren durchschnittlich 9.002 Fahrgäste pro Tag mit dieser Linie. Betrieblich gibt es einige Überläufe von und zu der Linie 109. Im Nachtverkehr fährt die Linie 4 auch heute noch nur zum Schlump. Im Nachtverkehr wird die Strecke weitestgehend parallel von der NachtBus-Linie 603 bedient.

Für die Zukunft gibt es kaum Planungen: Die Maßnahmen im Rahmen der Busbeschleunigung am Eidelstedter Platz wurden abgeschlossen, ebenso die Maßnahmen entlang der Linie 5. In Richtung Norden ist eine Erweiterungspläne, die Haltestelle Wildacker befindet sich kurz vor der Stadtgrenze. In der Speicherstadt und am ZOB hat die Linie 4 ihr langfristiges Ende gefunden. Lediglich mit der Eröffnung der S21 nach Kaltenkirchen und der damit verbundenen Neuordnung des Busnetzes in Eidelstedt kommen Änderungen auf die Linie 4 zu.

Vor 15 Jahren wurde der MetroBus im Hamburger Verkehrsverbund eingeführt: Zur besseren Orientierung wurden 14 radiale Linien, welche in die Innenstadt oder größere Zentren führen, die durch acht tangentiale Verbindungslinien ergänzt werden, eingeführt. Viele Linien wurden zur Vereinfachung umbenannt, teilweise jedoch verändert. Über die spannende Geschichte der MetroBusse, aber auch die eingesetzten Fahrzeuge und die Zukunft dieser Busart berichten wir in diesem Jubiläumsmonat bei NAHVERKEHR AKTUELL HAMBURG.

Morgen betrachten wir Hamburgs vollste Buslinie: Die von Burgwedel bis zum Hamburger ZOB führende MetroBus-Linie 5.

 

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