15 Jahre MetroBus – Keine Verbindung nach Schleswig-Holstein?

In dem heutigen Artikel geht es nicht um eine spezielle Linie, sondern dem MetroBus in Schleswig-Holstein, aus dem sich der MetroBus immer weiter zurückzog. Dass es anders gehen kann, zeigt das Beispiel Schenefeld. Zur Einrichtung des MetroBus-Netzes im Jahr 2001 fuhren noch sechs Linien nach Schleswig-Holstein – heute sind es nur noch drei.

Linie 263, Wandsbek Markt
Die Linie 263 am Wandsbeker Markt: Auch die Linie 10 nannte sich einst 263, fuhr allerdings nicht nach Stapelfeld und somit auch nicht über Möbel Höffner. Jedoh fuhr auch nach dem Linientausch die Linie 263 zunächst nicht nach Stapelfeld.

Die erste „Stilllegung“ einer MetroBus-Linie in Schleswig-Holstein erfolgte zum Fahrplanwechsel 2004/2005: Bis dahin wurde die damalige Linie 163 mit Solobussen und der MetroBus 10 mit Gelenkbussen betrieben. Da ein Gelenkbuseinsatz (damals) auf beiden Linien von Hamburger Seite außerhalb der Hauptverkehrszeit nicht bezahlt werden wollte, jedoch die Strecke zur Glatzer Straße stärker nachgefragt war und der Landkreis Stormarn die geplanten Änderungen hinnahm, wurden fortan Gelenkbusse auf der nun neuen Linie 10 zur Glatzer Straße und Solobusse außerhalb der Hauptverkehrszeit nach Willinghusen neuen Linie 263. Recht schnell zeigte sich, dass der Solobus-Einsatz auf der Linie 263 nicht ausreichend war und es kamen wieder Gelenkbusse zum Einsatz, den Status MetroBus verlor diese Linie jedoch.

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Die Linie 8890 ist die Nachfolgelinie für den MetroBus 12 nach Geesthacht. Anders als die Linie 8800 (siehe Titel) fährt die Linie 8890 nicht über die Autobahn sondern über die B5 unter der Bedienung der an der Bundesstraße gelegenen Dörfer. Eine Anbindung per Schiene ist, trotz immer wiederkehrenden Forderungen und einer existenten Trasse, die für gelegentliche Museumsfahrten auf der BGE genutzt wird, gilt in den nächsten Jahren als unwahrscheinlich.

Den nächsten Einschnitt gab es auf der Linie 12 zum Fahrplanwechsel 2013/14: Dort wurde der gesamte Abschnitt von Bergedorf nach Geesthacht eingestellt und in 8890 umbenannt, die Linie 12 übernahm stattdessen den Linienweg der 334 in das Hamburgische Allermöhe. Grund war auch hier das fehlende Geld, um den MetroBus-Status zu bezahlen. Da jedoch der Verkehr überwiegend vom 8800er über die Autobahn abgewickelt wurde, war die Umstellung für viele Geesthachter noch hinnehmbar, während die Einwohner von Escheburg und Börnsen links liegen blieben. Die Einstellung der Linie 12 hatte jedoch (allerdings nicht nachgewiesene) Auswirkungen auf den Tourismus: Da Geesthacht nun nicht mehr auf den Linienplänen auftauche, gäbe es weniger Besucher, da der Name Geesthacht nicht mehr präsent wäre.

Den wohl größten Einschnitt gab es mit der Einstellung der gesamten MetroBus-Linie 11 und Ersatz durch den StadtBus 133 zum Fahrplanwechsel 2014/15. Offizieller Grund war „die Optimierung des Busnetzes in Trittau“, wobei natürlich auch hier Gelder eingespart werden sollten. Seitdem fehlt die Linie 11 auf dem Netzplan – die Nummernsystematik ist unvollständig.

Der Schenefelder Platz ist nur einen Steinwurf von der Grenze zu Hamburg entfernt. Hier kreuzen sich 3 MetroBus-Linien und ist somit der einzige richtige Knotenpunkt für die MetroBusse außerhalb Hamburgs.
Der Schenefelder Platz ist nur einen Steinwurf von der Grenze zu Hamburg entfernt, befindet sich aber trotzdem in Schleswig-Holstein. Hier kreuzen sich 3 MetroBus-Linien und ist somit der einzige richtige Knotenpunkt für die MetroBusse außerhalb Hamburgs.

Ganz anders sieht es in dem ebenfalls zu Scheswig-Holstein gehörendem Schenefeld aus: Gleich drei MetroBus-Linien binden diesen Ort davon, davon fährt eine sogar direkt in der Hamburger Innenstadt. Schenefeld und der Landkreis Pinneberg bestellen die notwendigen Leistungen für das MetroBus-Angebot.

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Den Eißendorfer Ast der MetroBus-Linie 14 übernahm in Teilen die Linie 443, hier zu sehen am Harburger ZOB.

In Niedersachsen fährt zum Teil noch die Linie 14 nach Fleestedt, jedoch wurde auch diese gekürzt: Bis zum Fahrplanwechsel 2003/2004 fuhren die Busse jedoch nach Maschen und auch in Eißendorf noch weiter. Den geplanten Gelenkbuseinsatz auf der gesamten Linie wollten jedoch die entsprechenden Gemeinden nicht zahlen und so zog sich auch der MetroBus in Niedersachen etwas zurück.

Vor 15 Jahren wurde der MetroBus im Hamburger Verkehrsverbund eingeführt: Zur besseren Orientierung wurden 14 radiale Linien, welche in die Innenstadt oder größere Zentren führen, die durch acht tangentiale Verbindungslinien ergänzt werden, eingeführt. Viele Linien wurden zur Vereinfachung umbenannt, teilweise jedoch verändert. Über die spannende Geschichte der MetroBusse, aber auch die eingesetzten Fahrzeuge und die Zukunft dieser Busart berichten wir in diesem Jubiläumsmonat bei NAHVERKEHR AKTUELL HAMBURG.

Morgen gibt es wieder eine Linienvorstellung: Dann geht es in den tiefsten Osten zur Linie 12 nach Billstedt, Boberg & Bergedorf.

 

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