15 Jahre MetroBus – Geschichte einer Produktkategorie

In dem heutigen Beitrag zum 15-jährigen MetroBus-Jubiläum geht es um die Geschichte der Produktkategorie mit großer Kampagne, kleinen Gegnern, kritisierten Fahrzielanzeigen, neuen Ideen und einigen Veränderungen.

 

Aus neu mach alt: Übersicht der neuen MetroBus-Linien. © Hamburger Verkehrsverbund

Aus neu mach alt: Übersicht der neuen MetroBus-Linien. © Hamburger Verkehrsverbund – zum Vergrößern anklicken

Als in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre beim Hamburger Verkehrsverbund alles erneuert wurde, wollte man auch ein übersichtlicheres, marketingtechnisch bislang vernachlässigtes, neues Busnetz schaffen. Dem Vorrausgegangen war ein sogenanntes „Kernnetz“ mit den wichtigsten Buslinien. So beauftragte man die Hochbahn-Tochter Hamburg-Consult mit der Planung zur Überarbeitung des Busnetzes im Raum Hamburg.

Wagen 7208 fuhr noch bis Juli 2015 durch Hamburg, zwischenzeitlich mit Werburg für den Hobbit. Auf dem Bild befindet er sich noch frisch auf der Mönckebergstraße im April 2003 als Kurzläufer auf der Linie 5.

Wagen 7208 fuhr noch bis Juli 2015 durch Hamburg, zwischenzeitlich mit Werburg für den Hobbit. Auf dem Bild befindet er sich noch frisch auf der Mönckebergstraße im April 2003 als Kurzläufer auf der Linie 5. – Foto: Jens Ode

Am 10. Juni 2001, damaliger Fahrplanwechsel in den Sommerfahrplan, war es dann soweit: Das MetroBus-Netz startete mit 22 Linien: Die Liniennummern 1 bis 14 ordnen sich im Uhrzeigersinn um das Zentrum und bilden Achsen von den äußeren Stadtteilen in die Innenstadt oder Ortszentren. Die Linien 20 bis 27 wurden als Tanggenten von Ortszentrum zu Ortszentrum angelegt. Zuvor investierte der Hamburger Verkehrsverbund rund eine Million DM in die Kampagne „wenigstens Busfahren wird einfacher!“.

 

Das allererste MetroBus-Netz wurde veröffentlicht, als es noch keine R-Bahnen gab und S4 und S5 noch fuhren. © Hamburger Verkehrsverbund

Das erste MetroBus-Netz wurde veröffentlicht, als es noch keine R-Bahnen gab und S4 und S5 noch fuhren. © Hamburger Verkehrsverbund

Mit dem neuen Busnetz sollte zudem in Haupt- und Nebenverkehrszeit mindestens ein 10-Minutentakt auf allen Linien garantiert werden, was allerdings teilweise nur auf bestimmte Linienabschnitte zutraf. So fing sich der MetroBus bald den Beinamen „Mogelpackung“ ein, andere fanden sich mit bestimmten Liniennummern nicht zurecht und benutzten aus Protest einfach die alten Nummern weiter. Trotz anfänglicher Kritik hielt der HVV weiter am MetroBus fest, den sich heute keiner mehr wegdenken könnte.

BU: Ein Bus der Linie 3 zur damals noch U Meßberg genannten Haltestelle Brandstwiete. Auch heute kann man hier noch bequem in die U1 umsteigen. - Foto: Jens Ode

BU: Ein Bus der Linie 3 zur damals noch U Meßberg genannten Haltestelle Brandstwiete. Auch heute kann man hier noch bequem in die U1 umsteigen. – Foto: Jens Ode

Nach und nach wurden immer wieder kleine Änderungen am Netz vorgenommen: Zum Winterfahrplanwechsel 2002/2003 wurden sämtliche bislang am Rödingsmarkt hinaus bis zur Brandstwiete in der Altstadt geführt, im Gegenzug wurde ein Teil der bislang am Rödingsmarkt endenden Fahrten der Linie 6 in die HafenCity geführt. Damit sollte eine Anbindung mit dem ÖPNV an den entstehenden Stadtteil gewährleistet werden.

BU: Der im April 2013 ausgemusterte Wagen 7007 im März 2003 in der Möckebergstraße macht sich auf den Weg zu den Marco-Polo-Terassen in der HafenCity. - Foto: Jens Ode

BU: Der im April 2013 ausgemusterte Wagen 7007 im März 2003 in der Möckebergstraße macht sich auf den Weg zu den Marco-Polo-Terassen in der HafenCity. – Foto: Jens Ode

Zum Sommerfahrplanwechsel 2003 wurden einige Fahrten in der Hauptverkehrszeit von Klein Flottbek bis zum Anleger Teufelsbrück geführt, um die Linie E86 und 286 zu entlasten. Täglich pendeln hier viele Airbus-Mitarbeiter zur Arbeit und zurück. Zum Fahrplanwechsel 2003/2004 wurde die Linie 14 auf einen Gelenkbusbetrieb umgestellt und Teilstrecken in Maschen und Eißendorf durch StadtBusse ersetzt.

Wagen 7121 als Linie 9 im Februar 2003 am Pulverhof. Das Fahrzeug wurde bereits im Jahre 2004 ausgemustert. - Foto: Jens Ode

Wagen 7121 als Linie 9 im Februar 2003 am Pulverhof. Das Fahrzeug wurde bereits im Jahre 2004 ausgemustert. – Foto: Jens Ode

Ein Jahr später stehen zwei große Änderungen an: Die Linie 10 fährt nun auf dem Linienweg der 163 zur Glatzer Straße und die „alte“ Linie 10 wird zurückbenannt in 263. Für eigentlich alle Hamburger bedeutend ist jedoch die Einführung des durchgehenden Betriebes an Wochenenden. Im „Nachtverkehr“ werden fortan die wichtigsten Stecken(-abschnitte) am Wochenende rund um die Uhr betrieben.

BU: Im Juli 2003 fahren noch Solobusse auf der Linie 25, hier kurz vor der Haltestelle Landwehr. Sowohl den Bus, als auch das Lokal im Hintergrund lassen sich nicht mehr in Hamburg antreffen. - Foto: Jens Ode

BU: Im Juli 2003 fahren noch Solobusse auf der Linie 25, hier kurz vor der Haltestelle Landwehr. Sowohl den Bus, als auch das Lokal im Hintergrund lassen sich nicht mehr in Hamburg antreffen. – Foto: Jens Ode

Im Jahr 2005 wird die Linie 3 zunächst in die Speicherstadt und späte weiter in die HafenCity verlängert. Zum Fahrplanwechsel 2006/07 wird die Linie 25 zum Halbring. Die bislang an der Gärtnerstraße endenden Fahrten führen nun weiter zum Bahnhof Altona. Zum internen Fahrplanwechsel 2008 der Hamburger Hochbahn stehen Taktverdichtungen auf den Linien 4, 6, 7 und 23 an.

BU: Noch im alten ZOB von Barmbek macht der der im September 2014 ausgemusterte Wagen 7201 im April 2005 Pause und macht sich kurze Zeit später auf den Weg nach Steilshoop. - Foto: Jens Ode

BU: Noch im alten ZOB von Barmbek macht der der im September 2014 ausgemusterte Wagen 7201 im April 2005 Pause und macht sich kurze Zeit später auf den Weg nach Steilshoop. – Foto: Jens Ode

Zum richtigen Fahrplanwechsel 2008 gab es einige Änderungen: Die Linie 3 fährt nun nicht mehr parallel zur Linie 2 nach Schenefeld, sondern über den Osdorfer Born. Auch die Linie 4 wird nun mit einem Teil der Fahrten in die Hafen City geführt. Die größte Änderung ist jedoch die Umwandlung der bisherigen StadtBus-Linie 115 in die neue MetroBus-Linie 15. Zudem wird die Flughafen-S-Bahn eröffnet, sodass die Linie 26 nun auf verändertem Linienweg zum Flughafen fährt.

Wagen 1152 mit Heingas-Werbung (später e-on-Hanse) am Bahnhof Rahlstedt. Der Wagen wurde im Jahr 2005 ausgemustert, die Strecke zum Flughafen wurde immerhin noch bis Ende 2008 betrieben. - Foto: Jens Ode

Wagen 1152 mit Heingas-Werbung (später e-on-Hanse) am Bahnhof Rahlstedt. Der Wagen wurde im Jahr 2005 ausgemustert, die Strecke zum Flughafen wurde immerhin noch bis Ende 2008 betrieben. – Foto: Jens Ode

Zum internen Sommerfahrplanwechsel 2009 gibt es Taktverdichtungen auf den Linien 15 und 22. Im Dezember zum richtigen Fahrplanwechsel 2009/10 wir die schon sehr lange Linie 25 von der Burgstraße in die City Süd nach Hammerbrook verlängert. Zum kleinen Fahrplanwechsel 2002 wird die Linie 2 in das Herz von Schenefeld verlängert, wodurch einige Fahrten der Linie 186 ersetzt werden.

Ein Bus der Linie 6 an den Marco-Polo-Terassen, so, wie es bis Ende 2012 er Fahrplan vorsah. © Hamburger Verkehrsverbund

Ein Bus der Linie 6 an den Marco-Polo-Terassen, so, wie es bis Ende 2012 er Fahrplan vorsah. © Hamburger Verkehrsverbund

Mit der Eröffnung des Fahrgastbetriebes der U4 zum Fahrplanwechsel 2012 wurden sämtliche Linien aus der HafenCity herausgenommen: Die Linie 3 führt nun nach Tiefstack, die Linie 4 nur noch zur Brandstwiete und die Linie 6 in die Speicherstadt, außerdem verlängerte man den Ast vom Rödingsmarkt über St. Pauli zur Feldstraße. Ein Jah später stehen keine Überliegeplätze mehr am Flughafen mehr zur Verfügung, so dass die Linie 118 fortan nach Fuhlsbüttel führt und die Linie 26 zur Kellinghusenstraße und nach Alsterdorf.

Immer was verändert: Zielbeschilderung der MetroBus-Linien.

Immer was verändert: Zielbeschilderung der MetroBus-Linien.

Zum Fahrplanwechsel 2014/15 wurde die Linie 11 durch verschiedene Stadtbuslinien ersetzt. Zudem war die erste Zeile in der Fahrzielanzeige bislang immer für das Wort MetroBus reserviert. Da dadurch einige Fahrziele nicht genau angezeigt werden konnten, entschloss man sich dazu, die MetroBus-Linien nur noch durch ein „M“ vor der Liniennummer zu kennzeichnen. Nach zahlreichen Protesten von Blinden- und Sehbehindertenverbänden schaffte man auch dieses ein Jahr später ab.

Vielen Dank an Jens Ode für die Bereitstellung der historischen Bilder und an Dirk Rahn von der Abteilung Marktkommunikation beim HVV für die Zurverfügungstellung der historischen Flyer zur Einführung des MetroBusses.

Vor 15 Jahren wurde der MetroBus im Hamburger Verkehrsverbund eingeführt: Zur besseren Orientierung wurden 14 radiale Linien, welche in die Innenstadt oder größere Zentren führen, die durch acht tangentiale Verbindungslinien ergänzt werden, eingeführt. Viele Linien wurden zur Vereinfachung umbenannt, teilweise jedoch verändert. Über die spannende Geschichte der MetroBusse, aber auch die eingesetzten Fahrzeuge und die Zukunft dieser Busart berichten wir in diesem Jubiläumsmonat bei NAHVERKEHR AKTUELL HAMBURG.

Morgen beschäftigen wir uns mit den unterschiedlichen Fahrzeugen, die auf den MetroBus-Linien eingesetzt werden.

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