15 Jahre MetroBus – Optimiert, beschleunigt und kritisiert

In unserem heutigen Beitrag wird ein in Hamburg heiß diskutiertes Thema vorgestellt: Es geht um das Busoptimierungsprogramm, welches nach der gescheiterten Stadtbahn vom SPD-Senat nach der Bürgerschaftswahl 2011 entwickelt wurde. Für 259 Millionen Euro soll das Hamburg „das modernste Busnetz Europas“ realisiert werden, umgesetzt durch Busspuren, veränderte Haltestellen und Ampelvorrangschaltung. Besonders nachgefragte trecken sollen durch die neue U-Bahnlinie 5 ersetzt werden.

Auf der Linie 2 stand neben dem Einbau einiger Ampelvorrangschaltungen vor allem die Modernisierung und der barrierefreie Ausbau der Haltestellen im Mittelpunkt. Die Arbeiten auf dieser Linie sind nach dem Ausbauziel A abgeschlossen, einige Haltestellen werden jedoch erst in Kombination mit anderen Projekten umgesetzt.

Weitreichender waren jedoch die Maßnahmen auf der Linie 3: Auch hier wurden Haltestellen modernisiert und barrierefrei ausgestattet, sowie Kreuzungen umgebaut. Jedoch gab es hier auch massive Änderungen im Verkehrsfluss, die längere Baustellen erforderten. Während er Umbau am Neuen Pferdemarkt abgeschlossen ist, laufen die Arbeiten am Kaltenkircher Platz noch.

Als kleine Maßnahme war der Umbau am Eidelstedter Platz vorgesehen, wo mit den Linien 2 und 4 gleich zwei MetroBus-Linien profitieren. Dort wurden einige Fahrbahnen umgebaut und Lichtsignalanlagen zurückgebaut. Die Maßnahmen konnten bereits im Jahr 2014 abgeschlossen werden.

Am repräsentativsten war die Busoptimierung auf der MetroBus-Linie 5 zwischen Niendorf Markt und Rathausmarkt. Die am stärksten frequentierte Buslinie Europas konnte durch zahlreiche Maßnahmen nicht nur beschleunigt, sondern auch zuverlässiger werden. Es wurden zahlreiche Maßnahmen an der Infrastruktur getätigt, von der auch andere MetroBus-Linien profitieren. Das Projekt wurde medienwirksam im November 2014 abgeschlossen.

Die meisten Proteste gab es gegen die Maßnahmen auf der Linie 6: In St. Georg fürchteten Geschäftsinhaber Umsatzeinbußen während der Umbauarbeiten, auf der Uhlenhorst gingen Anwohner gegen den Wegfall von Parkplätzen vor und am Mühlenkamp machte eine Bürgerinitiative die Baumaßnahmen für den Untergang der Geschäfte verantwortlich, da dort weder Kunden noch Anlieferer parken könnten.

Auf der Linie 7 wurde die Busoptimierung eher klammheimlich durchgeführt, dennoch fahren die Buse hier nun wesentlich schneller. Für die Linien 20 und 25 wurden rund um das UKE die Haltestellen modernisiert, außerdem wurde die Busumsteigeanlage an der Burgstraße am Fahrbahnrand umgestaltet.

Vor 15 Jahren wurde der MetroBus im Hamburger Verkehrsverbund eingeführt: Zur besseren Orientierung wurden 14 radiale Linien, welche in die Innenstadt oder größere Zentren führen, die durch acht tangentiale Verbindungslinien ergänzt werden, eingeführt. Viele Linien wurden zur Vereinfachung umbenannt, teilweise jedoch verändert. Über die spannende Geschichte der MetroBusse, aber auch die eingesetzten Fahrzeuge und die Zukunft dieser Busart berichten wir in diesem Jubiläumsmonat bei NAHVERKEHR AKTUELL HAMBURG.

Morgen beschäftigt sich diese Serie mit den Standards von MetroBussen, warum die Linie 109 keine MetroBus-Linie ist und welche Buskategorien überhaupt gibt.

 

 

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