Nach Bürgerdialog in Bramfeld: 10 Fragen (und Antworten) zur neuen U5

Die Hamburger Hochbahn veranstaltete gestern Abend eine Auftaktveranstaltung zum Bürgerdialog zur neuen U-Bahnlinie 5. Auf dieser wurden aktuelle Planungen vorgestellt und Fragen der Anwohnerinnen und Anwohner beantwortet, NAHVERKEHR AKTUELL war vor Ort und stellt die zehn wichtigsten Fragen und Antworten vor.

Wann wird die U5 eröffnet?

Nach aktuellen Planungen soll der erste Bauabschnitt der U5, welcher von Bramfeld in die City Nord führt, im Jahr 2027 eröffnet werden. Jedoch hängt der Eröffnungstermin auch von weiteren Faktoren ab. Wenn beispielsweise im Planfeststellungsverfahren viele Bürger klagen, kann sich der Baubeginn und somit auch die Eröffnung entsprechend zeitlich nach hinten verschieben.

Wie verläuft die Trasse?

Trassenverlauf der neuen U5 - Bild: (c) Hamburger Hochbahn
Trassenverlauf der neuen U5 – Bild: (c) Hamburger Hochbahn

Die Trasse beginnt am Bramfelder Marktplatz und soll in einem Bogen über Steilshoop und Hartzloh zum Rübenkamp und dort in einem weiteren Bogenüber die Sengelmannstraße zum New-York-Ring in der City Nord. Der bogenartige Verlauf wurde gewählt, um Fahrgastpotentiale optimal zu erschließen und eine gute Netzwirkung zu erreichen.

Was sehen die Planungen in Bramfeld vor?

Die Endhaltestelle in Bramfeld soll direkt unter dem Bramfelder Dorfplatz in 20 Meter Tiefe liegen und zwei Seitenbahnsteige erhalten. An beiden Enden sollen Ausgänge entstehen: Im Osten zur Heukoppel und im Westen zu beiden Seiten der Bramfelder Chaussee. Die genaue Lage der Ausgänge soll zusammen mit den Anwohnern geplant werden. Für den Bau müssen kaum Bäume geällt werden, jedoch ist für drei bis vier Jahre eine Baugrube vorgesehen, welche jedoch in weiten Teilen abgedeckelt und somit für Fußgänger passierbar sein soll.

Wird mit den Anliegern kommuniziert?

Neben den Bürgerdialogen werden direkte Anlieger separat angeschrieben und Planungen zusammen mit diesen abgesprochen. Das gilt nicht nur für Baustellen, sondern auch für Probebohrungen, die in Kürze starten sollen.

Wie wird die U5 gebaut?

Die Linie U5 wird überwiegend im Schildvortriebsverfahren erstellt, jedoch werden anders als bei der U4 nicht jede Röhre einzeln, sondern zusammen in einer Röhre von elf Metern Durchmesser errichtet. Die Haltestellen sollen in offener Bauweise entstehen, so dass hier mit möglichst kurzen Einschränkungen für die Anwohner zu rechnen ist. An der Haltestelle Sengelmannstraße, welche bereits über zwei Bahnsteige verfügt und umfassend modernisiert werden soll, ist ein bahnsteiggleicher Übergang zur U1 geplant. Hier verläuft die Linie überirdisch, auch für die ganze Linie Realisierung als Hochbahn geprüft, die sich jedoch stellenweise auf Grund der dichten Bebauung als nicht realisierbar erwies.

Wer ist alles an den Planungen beteiligt?

An der Planung sind viele Akteure beteiligt: Zunächst einmal direkt die Hamburger Hochbahn und 30 bis 40 externe Mitarbeiter, welche sich mit der im Juli startenden Vorentwurfsplanung beschäftigen. Daneben natürlich die Bürgerschaft, welche die notwendigen finanziellen Mittel freigibt. Hinzu kommen die Bezirksregierungen und -versammlungen, welche über lokale Gestaltungen entscheiden. Zudem sind auch andere Verkehrsunternehmen, beispielsweise die S-Bahn Hamburg am Rübenkamp und natürlich der Hamburger Verkehrsverbund beteiligt. Auf Veranstaltungen wie dem gestrigem Bürgerdialog fügen sich auch Bürgerinnen und Bürger in die Planung ein.

Fahren die U-Bahnen automatisch?

Ja, es ist ein Einsatz automatischer U-Bahnen geplant. Da die Linie U5 überwiegend im Tunnel und nur auf eigener Trasse verkehrt, sei die Technik risikofrei. Im Gegenteil: Menschen können im Zweifelsfall zum Sicherheitsrisiko werden. Anders als zwischenzeitlich in den Medien kommuniziert, werden keine breiteren Züge auf der neuen U-Bahn fahren: Die Strecke wird in der Größe des Bestandsprofiles geplant und gebaut.

Warum führt man die U5 nicht weiter nach Farmsen?

Zwar sind die Fahrgastzahlen im MetroBus 26 derzeit sehr hoch, jedoch liegen sie weit unter der notwendigen Menge für eine U-Bahn. Das liegt vor allem daran, dass Farmsen bereits durch die U1 erschlossen ist. Langfristig ist jedoch auch eine Durchbindung auch bis Farmsen gewollt.

Warum gibt es weniger Haltestellen als in älteren Planungen?

Da die U5 im Schildvortriebsverfahren errichtet wird, kostet jede Haltestelle noch einmal zusätzliches Geld. Derzeit rechnet die Hochbahn mit einer maximalen Entfernung von 750 Metern bis zur nächsten Schnellbahnhaltestelle. Dies ist nach den derzeitigen Planungen gewährleistet.

Wie geht es nun weiter?

Zunächst geht die Linie U5 im Juli in die Voentwurfsplanung über und es werden Bodenproben entnommen. Am 12. Juli findet in Steilshoop der nächste Bürgerdialog statt, der anschließend in Sommerpause geht, für den aber noch dieses Jahr weitere Termine geplant sind. Zudem soll für die Linie U5 ein Internetauftritt mit Beteiligungsplattform geschaffen werden.

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