15 Jahre MetroBus – Die Fahrzeuge

Heute betrachten wir mal nicht die Linien an sich, sondern das was darauf fährt. Unser 28. Artikel der MetroBus-Serie behandelt die Fahrzeugtypen, die u.a. auf den Linien zum Einsatz kommen.

Mercedes-Benz Citaro L

Die 15-Meter 3-Achser Citaros stammen ursprünglich alle von der Pinneberger Verkehrsgesellschaft PVG. Bis vor einigen Jahren war ihr Haupteinsatzgebiet die Linie 3, bis die neuen Citaro 2- Gelenkbusse geliefert wurden. Ein Vorzug dieser Busse ist die reichhaltige Bestuhlung. U.a. aufgrund ihrer eingeschränkten Wendigkeit liegt die Blütezeit dieser Wagen bereits hinter ihnen. Heute kommen sie vorallem noch auf den Linien 15 und 21 zum Einsatz. Aufgrund ihres fortschreitenden Alters (Baujahre 2002 bis 2006) wird dieser Busstyp in naher Zukunft in Hamburg aussterben.

Die Straße Schulterblatt bildet das Herzstück des Schanzenviertels. Der Name geht ursprünglich auf ein dortiges Wirtshaus zurück, dass das Schulterblatt eines Wals als Aushängeschild nutzte. Alsbald hieß die Straße vor dem Wirtshaus im Volksmund „Beim Schulterblatt“. 1841 wurde die Straße dann offiziell in „Schulterblatt“ umbenannt. 
15m-Citaro der VHH an der Haltestelle Schulterblatt auf der Linie 15

Mercedes-Benz Citaro „Facelift“

Der Citaro „Facelift“ ist zur Zeit der populärste Bus in Hamburg sowohl bei der VHH als auch bei der HOCHBAHN. Die Solo (12 Meter)- und Gelenkvariante (18 Meter) dieses Modells machen diesen Bus zur Allzweckwaffe für Hamburg’s Busnahverkehr. Auch als Hybridbus steht er bei der Hochbahn im Einsatz.

Der Bahnhof Farmsen wurde 1918 eröffnet und besitzt seit dem Bau der Betriebswerkstatt nördlich der Haltestelle in den Jahren 1962 – 1964 einen zweiten Bahnsteig. Sein heutiges Aussehen hat der Bahnhof seit 1996, wo das Dach erneuert und der südlich gelegene Ausgang zu den Bussen, hier links im Bild, geschaffen wurde.
Ein Citaro steht in Farmsen zur Weiterfahrt nach Rahlstedt bereit. Unter der Woche kommen hier Citaro-G zum Einsatz.
Aufgrund von Bauarbeiten endet die 3 im Moment schon in S Tiefstack. Vom provisorischen Pausenplatz sieht man auch das Heizkraftwerk Tiefstack, dass seit 1993 neben dem inzwischen abgerissenen alten Kohlekraftwerk auf einer aufgeschütteten Insel in Betrieb ist.
Vor dem Nachfolger dieses Modells steht die Gelenkbusvariante des Citaro „Facelift“. Auf der Linie 3 setzt die VHH hauptsächlich Busse mit wenig Sitzplätzen und viel Stehfläche für eine Maximale Fahrgastkapazität ein. Generell werden bei den neuen Busmodellen immer weniger Sitze eingebaut.

Mercedes-Benz Citaro C2

Der Citaro C2 erreichte 2011 das erste Mal Hamburg und wird in den kommenden Jahren die älteren Citaros immer weiter verdrängen. Bei der Hochbahn kommen diese Busse mit Ausnahme der Euro5-Vorserienbussen nur noch als Dreitürer für den schnellen Fahrgastwechel zum Einsatz. Die Sitzplatzanzahl schrumpfte dort von 31 auf 24. Bei der VHH variieren die Busse untereinander stark, je nach Einsatzgebiet.

Langenhorn Markt
Der VHH-Wagen 1413 steht an der Haltestelle Langehorn Markt zur Weiterfahrt nach Rahlstedt über Poppenbüttel und Volksdorf bereit. Die VHH hält die größte Anzahl an Citaro C2-Bussen in Hamburg in ihrem Fuhrpark.
Der Inselpark  entstand erst 2013 im Rahmen der Internationalen Gartenschau, ist aber heute eine grüne Oase auf der Elbinsel. Durch die Bau- und Gartenaustellung 2013 hat Wilhelmsburg einen großen Schub in Sachen Stadtentwicklung bekommen, allerdings beschleunigte dies auch die allgemeine Verteuerung der Wohnräume. Im Hintergrund ist die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt zu sehen, welche im Rahmen des "Sprunges über die Elbe" als erste Behörde südlich der Elbe beheimatet ist.
Die Hochbahn war stark an der Entwicklung des Citaro C2s beteiligt. Hier sehen wir einen Serienwagen auf der Linie 13 in Wilhelmsburg, einem der Haupteinsatzgebiete der C2er in Hamburg bei der Hochbahn.

MAN Lions City

Das zweitwichtigste Busfabrikat in Hamburg ist MAN. Von der Hochbahn aufgrund von schlechten Erfahrungen seit 2004 nicht mehr bestellt, folgen seit 2013 wieder regelmäßig MAN-Lieferungen. Auch die VHH setzt seit 2015 MAN-Busse nicht nur mehr auf den Kleinbuslinien in Blankenese ein.

Stormarnplatz
Im Testlack wartet der, im Moment, neueste MAN 1510 in Poppenbüttel auf seine Rückfahrt nach Wandsbek-Markt. Alle MAN-Busse der HOCHBAHN sind auf der Betriebshof Wendemuthstraße in Wandsbek stationiert.
Als in den 1960ern der Wohnraum knapp wurde, entstand in diesem Ostteil von Rahlstedt eine neue Siedlung. Da möglichst viele Menschen untergebracht werden mussten, wandte man die nicht nur im Osten beliebte Plattenbauweise an.
Ein Unikat bei der Hochbahn ist der MAN Lion’s City GL nicht nur aufgrund seiner Lackierung.  Als einziger MAN besitzt er testweise 5 Türen als Test für die Linie 6, die u.a. durch den stark frequentierten Mühlenkamp verläuft. Auf diesem Bild steht er an der Endhaltestelle Großlohe der Linie 9.

Volvo 7900 Hybrid

Seit 2014 sind bei der HOCHBAHN auch Volvo-Hybridbusse im Einsatz. Sie sind Versuchsträger für die Entwicklung des „emisionsfreien“ Busses, die ab 2020 ausschließlich bei der Hochbahn und der VHH nur noch angekauft werden sollen.

BILDUNTERSCHRIFT
Die Volvo Hybridbusse sind zwar vorallem für die Innovationslinie 109 beschafft worden, verkehren aber auch auf normalen MetroBus-Linien wie hier die 4, auf der Fahrt vom Wildacker zum Rathausmarkt.

VanHool AGG 300

2004 wurde erstmal ein Doppelgelenkbus für Tests auf der Linie 5 beschafft. 2005 kamen dann die ersten Serienfahrzeuge für den Einsatz auf Europas meistgenutzter Buslinie. Zur Zeit sind noch alle 26 Stück im Einsatz, die ersten werden jedoch in Kürze ausgemustert, da sie aufgrund der speziellen Technik störanfälliger als die Busse mit einem oder keinem Gelenk sind.

BILDUNTERSCHRIFT
Kaum einer der Doppelgelenkbusse fährt in den normalen Hochbahnfarben. Die meisten haben oder hatten eine POP-Werbung. Neben dem Einsatz auf der 5 sind sie auch auf der Linie E86 gelegentlich zu finden.

Mercedes-Benz CapaCity L

2015 kamen die ersten 2 Busse des Typs CapaCity L, der vorläufig die Doppelgelenkbusse auf der 5 ersetzen soll. Sie besitzen 5 Türen, dafür aber nur noch 37 Sitzplätze. Die Doppelgelenkbusse hingegen verfügen noch über 65 Sitzplätze. Aufgrund seiner Länge von 21 Metern braucht auch dieser Bus eine Sondergenehmigung und viele Kameras am Heck, um ihn gefahrlos durch den Hamburger Verkehr bewegen zu dürfen.

CapaCity L, Rathausmarkt
CapaCity L der HOCHBAHN bei der Vorstellung des W-Lans auf dem Rathausmarkt
Vor 15 Jahren wurde der MetroBus im Hamburger Verkehrsverbund eingeführt: Zur besseren Orientierung wurden 14 radiale Linien, welche in die Innenstadt oder größere Zentren führen, die durch acht tangentiale Verbindungslinien ergänzt werden, eingeführt. Viele Linien wurden zur Vereinfachung umbenannt, teilweise jedoch verändert. Über die spannende Geschichte der MetroBusse, aber auch die eingesetzten Fahrzeuge und die Zukunft dieser Busart berichten wir in diesem Jubiläumsmonat bei NAHVERKEHR AKTUELL HAMBURG.

Da es keine Linie 29 gibt, geht es morgen erneut um das Produkt MetroBus; morgen thematisieren wir das MetroBus-Netz an sich.

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