Historisch: 100 Jahre AKN nach Neumünster

Genau heute vor 100 Jahren wurde die Verlängerung der AKN von Bad Bramstedt nach Neumünster Süd eröffnet. Zu diesem Anlass blickt Nahverkehr Aktuell auf die Geschichte und die Haltestellen des Streckenabschnittes und die AKN veranstaltet am Sonntag ein großes Fest am Bahnhof Großenaspe für groß und klein.

Die Baukosten für die Strecke, welche mitten im ersten Weltkrieg gebaut wurde, betrugen etwa 2,5 Millionen Reichsmark. Das Geld wurde durch den Aktienverkauf an umliegende Gemeinden, Landkreise, Unternehmen und Privatpersonen aufgebracht. Zehn Jahre später beförderte die AKN etwa 800.000 Fahrgäste im Jahr – 1981 waren es schon 3,6 Millionen.

Die erste Station hinter dem Bahnhof Bad Bramstedt existiert heute nicht mehr. Benannt wurde sie nach dem heute noch existierenden Gut Gayen, für dieses existierte dort auch ein Ladegleis. Am 26. Mai 1979 wurde der Bahnhof schließlich stillgelegt – heute erinnert nur noch etwas Sand an diese Haltestelle.

Mühsam fanden die Bauarbeiten auf der etwa 20 Kilometer langen Strecke statt – mit damals noch unausgereiften Maschinen, viel Muskelkraft und mitten im zweiten Weltkrieg. © AKN Eisenbahn AG
Mühsam fanden die Bauarbeiten auf der etwa 20 Kilometer langen Strecke statt – mit damals noch unausgereiften Maschinen, viel Muskelkraft und mitten im erstem Weltkrieg. © AKN Eisenbahn AG

Der Bahnhof Wiemersdorf besitzt zwei Gleise und einen Mittelbahnsteig. Hier könnten sich die Züge auf der sonst eingleisigen Strecke kreuzen, was aber planmäßig nicht vorgesehen ist. Auf Grund seiner Lage ist der Bahnhof für die Bewohner des 1.500 zählenden Dorfes eher unattraktiv, viele Fahren mit dem Bus oder dem Auto in das nah gelegene Bad Bramstedt. Das Bahnhofsgebäude wurde im zweiten Weltkrieg bei der Explosion eines Munitionszuges zerstört.

Auch der Bahnhof Großenaspe besitzt einen Mittelbahnsteig, zusätzlich gibt es hier ein drittes Gleis. Während zwei Gleise dem Personenverkehr dienen, stammt das dritte Gleis noch aus Zeiten, in denen es noch regelmäßigen Güterverkehr auf der AKN gab. Auch heute noch lässt sich das Gleis für 3.976 Euro pro Jahr mieten.

Am 1. August 2016 wurde nach rund anderthalbjähriger Bauzeit der Streckenabschnitt zwischen Neumünster Süd und Bad Bramstedt frei gegeben - Bestandteil der heutigen Linie A1 der AKN Eisenbahn AG, die damals noch Eisenbahn-Gesellschaft Altona-Kaltenkirchen-Neumünster hieß. Hier eine Stammaktie aus dem Jahr 1928.
Für nur 100 Reichsmark konnte man 1928 Aktionär der AKN Eisenbahn AG werden und hatte damit ein (kleines) Mitbestimmungsrecht. © AKN Eisenbahn AG

Das Bahnhofsgebäude von Boostedt existiert heute noch, auch ein historischer Schriftzug ist dort noch angebracht. Etwas weiter nördlich befindet sich noch eine Ladestraße, die mit einer Rampe versehen und die Miete mit 12.600 Euro pro Jahr deutlich teurer ist. Boostedt ist die letzte Haltestelle im HVV-Tarif.

In Neumünster Süd treffen sich die RB82 und die A1, hier befindet sich zudem ein zweites Betriebswerk der AKN-Tochter nordbahn. Das Bahnhofsgebäude von 1916 hat den Krieg überstanden, wird aber heute nicht mehr als solches genutzt. Neben den beiden Bahnlinien verkehrt hier auch die Buslinie 7 der Stadtwerke Neumünster.

Ein in der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg aus allen denkbaren Waggons zusammengesetzter Zug zwischen Gayen und Wiemersdorf, der heutigen Linie A1. Fotografiert 1948 von Carl Bellingrodt, einem der bekanntesten deutschen Eisenbahnfotografen des 20. Jahrhunderts. Nach rund anderthalbjähriger Bauzeit wurde zuvor am 1. August 1916 der Streckenabschnitt zwischen Neumünster Süd und Bad Bramstedt frei gegeben. Die AKN Eisenbahn AG hieß damals noch Eisenbahn-Gesellschaft Altona-Kaltenkirchen-Neumünster.
Bunt zusammengewürfelt fuhren die Züge in der Nachkriegszeit. © AKN Eisenbahn AG

Erst 1953 erreichte die AKN den Hauptbahnhof von Neumünster. Zuvor mussten die Fahrgäste zu Fuß zum Südbahnhof gehen und konnten erst dort ihre Fahrt mit der AKN beginnen. Doch die Geschichte des Bahnhofes beginnt schon 1844 mit der Eröffnung der Bahnstrecke von Altona nach Kiel. In sechs Richtungen wird hier heute gefahren, das ist mehr, als an allen anderen Haltestellen in Schleswig-Holstein.


Um das Jubiläum zu feiern, veranstaltet die AKN am Sonntag, dem 7. August ein Volksfest mit Torwandschießen, Streichelzoo, Lasertag-Parcour. Dazu wird eine Modellbahnanlage präsentiert und es werden Drasinenfahrten angeboten, zudem gibt es eine Ausstellung zur Geschichte der Bahnstrecke. Übrigens: Eine Fahrkarte der AKN gilt als Los für ein Gewinnspiel, bei dem es eine Führerstandsmitfahrt zu gewinnen gibt.

160627_AKN_100Jahre_Poster_A3_Web-page-001Das Fest findet am Bahnhof Großenaspe zwischen 11 und 17 Uhr statt. Um eine angenehme An- und Abreise zu ermöglichen, bietet die AKN während der Veranstaltung einen 40-Minutentakt zwischen Kaltenkirchen und Neumünster.

Titelbild: Der Eröffnungszug kommt am 1. August 1916 im Bahnhof Neumünster Süd an, damals fuhren nur Dampflokomotiven mit Personen- und Güterwagen auf der Strecke. © AKN Eisenbahn AG

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