Teil 1: Mit der Pferdebahn durch Hamburg

Am 16. August 1866 fuhr die erste Straßenbahn durch Hamburg, damals noch mit Pferden betrieben. Am 1. Oktober 1978 nahmen die Hamburger Abschied von dem Verkehrsmittel. Auch wenn es danach immer wieder Versuche gab, die Straßenbahn wiederzubeleben, fährt heute keine „Elektrische“ mehr durch Hamburg. Dennoch möchten wir das Datum der Eröffnung nutzen, um in dieser Woche auf die 150-jährige Geschichte der Hamburger Straßenbahn zurückzublicken. In unserem heutigen Beitrag widmen wir uns den Anfängen mit der Pferdebahn.

Eigentlich fuhr die erste Pferdebahn schon am 11. Juni 1866 auf der Strecke vom Rathausmarkt bis zur Wandsbeker Zollstraße, denn an diesem Tag fand die feierliche Eröffnung statt. Das heutzutage gefeierte Jubiläum beschreibt jedoch die Aufnahme des regulären Fahrgastverkehres. Die Strecke wurde fünf mal in der Stunde bedient und wurde so erfolgreich angenommen, dass bereits am 24. Oktober des selben Jahres ein Abzweig zum Bahnhof Wandsbek der LBE eröffnet werden konnte.

Schon bald folgten weitere Strecken nach Marienthal, Barmbek, Eimsbüttel und in die Hoheluft, alle diese Linien begannen zentral am Rathausmarkt. 1875 eröffnete die Strecke nach Hamm, damals noch kein Arbeiterviertel. 1877 zog neue Technik im Hamburger Straßenbahnsystem ein: Am 4. November fuhr testweise eine Dampfstraßenbahn, ein regulärer Betrieb folgte jedoch erst später.

Dampfstraßenbahn

Die Dampfstraßenbahn von Wandsbek. © Archiv Hochbahn

1880 entstand mit der SEG (Straßen-Eisenbahn-Gesellschaft) ein neues Unternehmen, welches große Ausbauziele verfolgte. Noch im selben Jahr entstanden Strecken nach Eppendorf, Harvestehude, Uhlenhorst, Ohlsdorf, Rothenburgsort und Horn. Ein Jahr später übernahm die SEG schließlich die PEG und richtete weitere Linien, beispielsweise einen Innenstadtring ein.

1887 entstand mit der Großen Hamburg-Altonaer Straßenbahn-Gesellschaft (HAS) ein weiterer Straßenbahnbetreiber, der eine Strecke von Ottensen in Altona nach St. Georg in Hamburg unter großem Protest der Hamburg-Altonaer Pferdebahn. Im selben Jahr richtete die SEG eine neue Strecke nach Hammerbrook ein. Richtete die HAS 1890 noch eine neue Strecke vom Lübecker Tor zur Reeperbahn ein, so wurde sie bereits ein Jahr später von der SEG übernommen. Ein Jahr später beförderte diese bereits 116.717 Fahrgäste täglich durch die Hansestadt.

Morgen geht es in unserer Artikelreihe zum 150-jährigen Jubiläum der Straßenbahn um die Elektrifizierung und die Zeit bis 1933. Lesen Sie alle Artikel der Reihe:

Teil 1: Mit der Pferdebahn durch Hamburg

Teil 2: Elektrisch durch die Hansestadt

Teil 3: Nationalsozialismus, Krieg und Wiederaufbau

Teil 4: Abbau und „die autofreundliche Stadt“

Teil 5: Planungen zur Wiedereinführung

Teil 6: Die Fahrzeuge der Straßenbahn

Titelbild: Eine Pferdestraßenbahn der HAS © Archiv Hochbahn

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