Teil 5 – Planungen zur Wiedereinführung

Am 16. August 1866 fuhr die erste Straßenbahn durch Hamburg, damals noch mit Pferden betrieben. Am 1. Oktober 1978 nahmen die Hamburger Abschied von dem Verkehrsmittel. Auch wenn es danach immer wieder Versuche gab, die Straßenbahn wiederzubeleben, fährt heute keine „Elektrische“ mehr durch Hamburg. Dennoch möchten wir das Datum der Eröffnung nutzen, um in dieser Woche auf die 150-jährige Geschichte der Hamburger Straßenbahn zurückzublicken. In unserem heutigen Beitrag geht es um die Reste und Planungen zur Wiederbelebung.

Auch, wenn seit 1978 keine Straßenbahn mehr durch Hamburg gerollt ist, war sie doch unter verschiedenen Namen immer wieder Thema der politischen Tagesordnung: Ab den 80er Jahren versuchten die Grünen immer wieder eine „Stadtbahn“ durchzusetzen. Ein aus zwei Linien bestehendes Netz kam fast bis zum Planfeststellungsverfahren, wurde verloren mit der Bürgerschaftswahl SPD und Grüne weite Stimmenanteile und die CDU stoppte das Projekt.

Das geplante Netz der Stadtbahn 2010 - (cc) NordNordWest

Das geplante Netz der Stadtbahn 2010 – (cc) NordNordWest

Nach der Bürgerschaftswahl 2008 koalierte die CDU mit den Grünen und es wurde wieder eine Stadtbahn geplant. Diese schaffte es sogar ins Planfeststellungsverfahren, jedoch kündigten die Grünen den Koalitionsvertrag und das Projekt wurde abermals gestoppt. Währenddessen setzte sich die Handelskammer für eine „U-Stadtbahn“ ein. Bei dieser Variante könnten bestehende U-Bahnlinien günstig als Stadtbahn weitergebaut werden. Das System hätte jedoch den Nachteil, dass sich Probleme des Oberflächenverkehrs auf das unabhängige Netz der U-Bahn übertragen.

Zur Bürgerschaftswahl 2015 schlug die CDU, welche bereits zweimal die Stadtbahn gekippt hatte, ebenfalls ein Straßenbahnnetz vor, jedoch gewann die SPD die Wahl. Die Initiative Pro Stadtbahn kämpft weiter für eine Straßenbahn. Die Hochbahn plant unterdessen de U5, welche seit Jahrzehnten bestehende Lücken im Schnellbahnnetz schließen soll.

Was von der Straßenbahn übrig bleibt

Hamburg hat keine Straßenbahn mehr, dennoch finden sich überall in der Stadt Überreste dieses Verkehrsmittels. So sind einige Betriebshöfe noch erhalten: In der Dorotheenstraße befindet sich ein Supermarkt samt Straßenbahnwagen, im Betriebshof von Nedderfeld ist ein Baumarkt – ebenfalls mit Straßenbahnwagen. An vielen Stellen der Stadt befinden sich noch Schienen unter dem Asphalt und viele Laternenmasten waren früher gleichzeitig Masten für die Oberleitung. Viele weitere Fundstellen finden sich hier.

Morgen geht es in unserer Artikelreihe zum 150-jährigen Jubiläum der Straßenbahn um die Elektrifizierung und die Zeit bis 1933. Lesen Sie alle Artikel der Reihe:

Teil 1: Mit der Pferdebahn durch Hamburg

Teil 2: Elektrisch durch die Hansestadt

Teil 3: Nationalsozialismus, Krieg und Wiederaufbau

Teil 4: Abbau und „die autofreundliche Stadt“

Teil 5: Planungen zur Wiedereinführung

Teil 6: Fahrzeuge der Straßenbahn

Titelbild: Ein Wagen der Bremer Straßenbahn steht zu Demonstrationszwecken am Jungfernstieg – (cc) Missy Wegner

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