„Öfter mal einen fahren lassen…“ – VHH startet neue Kampagne

Die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein GmbH hat heute eine neue Kampagne gestartet, mit welcher sie bei Autofahrern Akzeptanz, Verständnis und vor allem Vorfahrt für ihre Busse erreichen möchten. Immer wieder verspäten sich Busse, weil Autos den Linienweg blockieren. Insgesamt 6 Busse wurden bislang mit den neuen Motiven beklebt, weitere folgen.

Der § 20, Absatz 5 der Straßenverkehrsordnung regelt klar die Vorfahrt der Linienbusse, doch das haben die meisten Autofahrer vergessen. Gerade in der Hauptverkehrszeit nimmt die Wertschätzung der Autofahrer ab – die etwas unkonventionelle Aktion soll durch ihre abwechslungsreiche und humorvolle Art mit einem Augenzwinkern an diese Regelung erinnern, ohne nach einer behördlichen Vorgabe zu klingen. Dabei soll nicht „der Bleifußfahrer auf der Stresemannstraße“, sondern die breite Masse erreicht werden.

„Wenn Sie das hier lesen können, haben Sie alles richtig gemacht!“, „Öfter mal einen fahren lassen…“, „Wäre nett, wenn Sie kurz warten, dann können wir pünktlich starten!“, „Wir machen den Reißverschluss zu, ich fahre zuerst und dann kommst du!“, „Blinker gesehen, kurz geflasht und leicht verzögert – Sie sind ein Profi!“ und „Lass mich vor und 80 Likes sind dir sicher!“ – das sind bislang sechs der etwa 30 von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der VHH eingereichten Vorschläge. Die VHH ruft nun auch Fahrgäste dazu auf, zum Thema passende Sprüche zu erfinden. Schreiben Sie Ihren Vorschlag an spruch@vhhbus.de, die besten Vorschläge werden an die Busse angebracht.

Mit dieser Aktion nimmt die VHH wieder einmal eine Vorreiterrolle im Marketing im Hamburger Nahverkehr ein und ist damit durchaus mit der ebenfalls unkonventionellen Social-Media-Abteilung der BVG vergleichbar, welche ebenfalls immer wieder für Aufsehen sorgt. Letztendlich ist der Verkehr in Hamburg ein Spiegelbild der Gesellschaft: „Zeit, Druck, Schnelligkeit und Komfort sind ein Thema unserer Zeit.“Auch der Lieferverkehr, ausgelöst durch Amazon und andere Versandhändler, übt einen massiven Einfluss auf den Busverkehr aus, da dieser oft in der zweiten Reihe parken muss, um Pakete ausliefern zu können.

Nicht zuletzt spielt auch der Sicherheitsaspekt eine wichtige Rolle in der Beachtung der Vorfahrtsregel: Zwar gab es im vergangenen Jahr keine dramatischen Unfälle, die diese Kampagne ausgelöst hätten. Dennoch gefährdet ein Autofahrer, der die Vorfahrtsregel verletzt, im Zweifelsfalle nicht nur sein eigenes Leben, sondern auch das der Fahrgäste. „Die Hemmschwellen der Autofahrer sind leider gesunken“, gleichzeitig hat der Busverkehr in Hamburg in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Während Busfahrer jedoch regelmäßig in Prüfungen sein Können unter Beweis stellen muss, muss dies der Autofahrer nur einmal – und das teilweise in Gegenden, in denen gar keine Busse fahren.

Titelbild: Wagen 1539 wirbt mit dem Spruch „öfter mal einen Fahren lassen…“ für mehr Verständnis bei den Autofahrern, daneben 1530 und 1531 mit ähnlichen Aussagen. © Roman Berlin

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