Opposition fordert veränderte U-Bahnplanung

Die Opposition fordert ein Umdenken in der U-Bahnplanung: Nachdem bekannt wurde, dass die U5 mindestens fünf Milliarden Euro kosten soll, fürchtet sich die CDU um die Anbindung des Osdorfer Born und fordert ein Umdenken in der U-Bahnplanung. Die AfD hingegen hat ein eigenes Konzept eines Schnellbahnnetzes und die Linke legt den Fokus auf die Tarifgestaltung.

Im Bereich der zukünftigen U5-Haltestelle Hartzloh bemängelt die CDU die angeblich mangelnde Integration der Anwohner. Damit unterstützt diese die Bürgerinitiative „Rettet den Hartzloh“, welche gegen den derzeitigen Standort der Haltestelle ist und sich vor einem Wertverlust ihrer Immobilien fürchtet. Stattdessen werden Alternativstandorte an der Rungestraße unter einer Parkanlage oder am Langenfort genannt.

Zur Entlastung des Hamburger Hauptbahnhofes schlägt die CDU vor, Linien nicht mehr über diesen zu führen und bereits bestehende Linien umzutrassieren. Hierfür fordert die Partei ein entsprechendes Gutachten, welches die Machbarkeit eines solchen Unterfangens untersuchen soll und im kommenden Haushaltsplan in Höhe von 300.000 Euro vermerkt werden soll.

Die AfD hingegen möchte den Hauptbahnhof entlasten, indem eine zusätzliche Innenstadtstrecke wegfällt, genauer gesagt die gesamte U5 von Barmbek oder der Station Alter Teichweg bis zur Emilienstraße oder zum Eppendorfer Baum. Dies soll mit Hilfe von neuer Signaltechnik, die einen 90-Sekundentakt ermöglicht, realisiert werden. Dies ist nichts neues: Bereits vor wenigen Jahren kündigte der damalige Hochbahn-Vorstandsvorsitzende Günther Elste für die Zukunft eine Signaltechnik für einen 100-Sekundentakt auf der Strecke Jungfernstieg-Billstedt an.

Jedoch geht die AfD mit ihrer Forderung überhaupt nicht auf die Entlastung der stark frequentierten MetroBus-Linien 5 und 6 ein, was eine der Kernaufgaben der U5 darstellt. Gleichzeitig tritt durch diese Variante auch nicht wirklich eine Entlastung des Hauptbahnhofes ein, da dieser zwar nicht baulich um eine Strecke, wohl aber um eine Linie mit entsprechender Zahl an Fahrgästen ergänzt werden würde.

Zudem fordert die Partei eine Verlängerung sämtlicher Bahnsteige auf der Ringlinie auf 120 m zum Einsatz von längeren Zügen ohne Betriebseinschränkungen. Was sich zunächst einfach anhört, ist an den meisten Stationen schwierig und beispielsweise an der Sierichstraße oder der Mönckebergstraße so gut wie unmöglich. Das Projekt wäre mit einem immensen Bauaufwand in Millionenhöhe verbunden, welcher, insbesondere in der Innenstadt nie zuvor dagewesene Proteste der Anlieger hervorrufen würde.

Die Linke wiederum kritisiert in erster Linie die Höhe der Fahrpreise und die erneute Erhöhung zum Jahreswechsel. Sie fordert die zusätzliche Investition von 20 Millionen Euro in den Öffentlichen Personennahverkehr, um die Fahrpreise zu senken. Dies hätte zwar zunächst positive Auswirkungen auf den Kunden, erschwert jedoch zukünftige Direktvergaben an die Hochbahn oder die VHH.

Titelbild: Rednerpult in der Hamburgischen Bürgerschaft © Daniel Posselt

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