Streit um Busbeschleunigung am Mühlenkamp

Nach Veröffentlichung der Ergebnisse aus der Vorher-Nachher-Analyse kocht der Streit um das Busbeschleunigungsprogramm wieder hoch: Während der Senat zufrieden ist, sieht die Opposition die Forderungen nicht erfüllt und fordert den für diesen Fall vereinbarten Rückbau der stark umstrittenen Mittelinsel am Mühlenkamp.

Gefordert waren eine Beschleunigung von dreißig Sekunden in beiden Richtungen, eine Senkung der Verkehrsstörungen um mindestens zwanzig Prozent und eine maximale Steigerung des Verkehrsaufkommens in den Nebenstraßen um zehn Prozent (in der Semperstraße 20 Prozent). Teilweise wurden die Forderungen erfüllt, an der Gertigstraße ging der Verkehr sogar um 36 Prozent zurück. Doch die Busse sind nur zwanzig bis 25 Sekunden schneller und der Verkehr in der Semperstraße nahm um bis zu 75 Prozent zu.

Die Opposition ist also der Meinung, dass nicht alle Punkte erfüllt wurden. Außerdem seien in die Bewertung die Pünktlichtswerte der MetroBus-Linie 25, welche ebenfalls am Mühlenkamp verkehrt, nicht in die Bewertung eingeflossen. Zudem erfolgten die Messungen erst nach Abschluss aller Maßnahmen, die Einschränkungen während der Bauphase wurden nicht berücksichtigt. So fordern CDU, FDP und die Bürgerinitiative „Stopp des Busbeschleunigungsprogramms“ den Rückbau der Mittelinsel am Mühlenkamp. Der Senat betont, dass die meisten Punkte erfüllt oder sogar übererfüllt worden seien und die Linie 25 nie in der Vereinbarung erwähnt wurde – die Mittelinsel soll also bleiben.

Damit kocht ein alter Streit von Befürwortern und Gegnern des Busbeschleunigungsprogramms wieder hoch: Im Frühjahr 2015 wurde beschlossen, mit den Anwohnern künftig besser in Dialog zu treten, hierbei wurden die oben genannten Forderungen aufgestellt. Bereits im Dezember 2014 kam es bei der Präsentation der Ergebnisse des Busbeschleunigungsprogramms zu einem Austausch emotionalisierender Power-Point-Präsentationen zwischen Senat und der Bürgerinitiative.

Titelbild: Hamburgische Bürgerschaft ©

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