S21 nach Kaltenkirchen: Elektrifizierung

In dieser Woche möchten wir Ihnen in einer Serie alle Informationen zur S21 nach Kaltenkirchen präsentieren. Heute geht es um die Elektrifizierung der Strecke und die Frage, warum Oberleitungen statt Stromschienen verwendet werden.

Auf der Strecke nach Kaltenkirchen sollen nach derzeitiger Planung 1.725 Oberleitungsmasten und Halterungen im Trog von Eidelstedt und Henstedt-Ulzburg installiert werden. Weitere dürften in Kaltenkirchen folgen, denn eine Elektrifizierung von Abstellgleisen ist nach derzeitiger Planung nicht vorgesehen. Die Systemwechselstelle befindet sich bereits kurz hinter dem Bahnhof Eidelstedt.

Eine häufig gestellte Frage ist, warum statt der Stromschiene, die bis auf der Strecke nach Stade im gesamten S-Bahnnetz verwendet wird, die Strecke mit der Oberleitung elektrifiziert wird. Hierdurch müssen die Wagen zusätzliche Umspanneinrichtungen mitführen und das natürlich auch auf dem Abschnitt ohne Oberleitung, was zusätzlich Geld kostet. Nach Meinung vieler Anwohner würde die Oberleitung auch „die Landschaft verschandeln“ – auch aus diesem Grund sind und waren viele Bahnstrecken in Schleswig-Holstein nicht elektrifiziert.

Jedoch darf die Stromschiene nicht an Strecken mit Bahnübergängen montiert werden – nur für bisherige Bauwerke, beispielsweise auf der Strecke nach Wedel, gilt der Bestandsschutz. Somit müssten die auf der Strecke nach Kaltenkirchen zahlreich vorhandenen Bahnübergänge durch Brücken oder Unterführungen ersetzt werden, was erhebliche Mehrkosten verursachen und die Förderungsfähigkeit des Projektes mit dem Kosten-Nutzen-Faktor 1,12 gefährden würde.

Morgen geht es in unserer Serie zur „S21 nach Kaltenkirchen“ um Veränderungen an der Strecke an sich, in erster Linie um den zweigleisigen Ausbau und zusätzliche Gleiswechsel. Alle aktuellen Informationen zu diesem Projekt finden Sie auf unserer Themenseite und alle Unterlagen des Planfeststellungsverfahrens hier.

Titelbild: Visualisierung einer S21 nach Kaltenkirchen © Roman Berlin

3 Kommentare

  1. „Jedoch darf die Stromschiene nicht an Strecken mit Bahnübergängen montiert werden – nur für bisherige Bauwerke, beispielsweise auf der Strecke nach Wedel, gilt der Bestandsschutz.“

    Quelle?

    • Nach EbKrG (Eisenbahnkreuzungsgesetz) §2 sind Neubauten von Bahnübergängen generell verboten. In Absatz 2 ist jedoch geregelt, dass das EBA (Eisenbahn-Bundesamt) Ausnahmeregelungen treffen kann. Jedoch stellt das EBA grundsätzlich keine Ausnahmegenehmigungen für Neubauten an Strecken mit Stromschiene aus (und andersherum), so dass keine Bahnübergänge an Strecken mit Stromschiene (und andersherum) mehr gebaut werden können.

  2. Es gibt andere Beispiele, zum Beispiel in San Francisco. Dort wird bei Bahnübergängen mit Zug und Schubkraft gearbeitet.sodass am Flussübergang kein Strom fließt….. Geht alles.

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