Nach Ausfällen und Störungen: Masterplan für Hamburgs S-Bahn

In den vergangenen Wochen hatten es Fahrgäste der Hamburger S-Bahn nicht leicht: Falsche Feueralarme, Stellwerksstörungen, Signalstörungen und Bauarbeiten sorgten für Verspätungen und Zugausfälle. Mit Maßnahmen, die in Teilen noch aus den Plänen für die Olympia-Bewerbung stammen, möchten Senat und S-Bahn Hamburg nun für mehr Zuverlässigkeit sorgen. Nahverkehr Aktuell stellt die geplanten Maßnahmen vor:

  1. Derzeit müssen bei einer Stromabschaltung im Bereich des Hamburger Hauptbahnhofes weite Teile des S-Bahnnetzes gesperrt werden. Durch eine Neuordnung der Stromeinspeisung um den Hamburger Hauptbahnhofes und Änderung der Signaltechnik sollen die S-Bahnen künftig in Dammtor, Hammerbrook, Stadthausbrücke und am Berliner Tor wenden können.

  2. Derzeit gibt es auf der Strecke zwischen Bergedorf und Berliner Tor nur ein Weichentrapez zwischen den Haltestellen Billwerder-Moorfleet und Mittlerer Landweg. Dieses wird nach Westen verschoben und ein zusätzliches Weichentrapez zwischen Bergedorf und Nettelnburg eingebaut. Dadurch kann auf der Strecke bei Bauarbeiten oder Störungen eingleisig im 20-Minutentakt gefahren werden.

  3. Auf der Harburger S-Bahn sollen zusätzliche Signale und Weichen eingebaut werden. Diese ermöglichen einen sicheren Betrieb und flexibleren Einsatz im Störungsfall. Insbesondere bei der Einführung der S32 schafft das Signalsystem mehr Sicherheit und reduziert Verspätungen im Betrieb.

  4. Auch heute noch sind nicht alle S-Bahnstrecken in Hamburg eingezäunt. Dadurch gelangen immer wieder Personen (insbesondere spielende Kinder) in den Gleisbereich und sorgen für massive Betriebseinschränkungen. Durch die schrittweise Einzäunung der Strecken wird so mehr Sicherheit gewährleistet.

  5. Die Bahnsteige der Linien S1 und S11 haben prinzipiell schon eine ausreichende Länge, um Langzüge aufzunehmen. Dies ist notwendig, um im Bedarfsfall Züge der S3 kehren zu können, wenn die Harburger S-Bahn gesperrt ist, was derzeit in Hasselbrook praktiziert wird. Bei Wegfall dieser Kehrgleise im Zuge der S4 müssen die Langzüge der S3 weiter bis Barmbek fahren können. Hier sind die Bahnsteige lang genug, jedoch künstlich gekürzt worden, um die Ausgaben für die Bahnsteigpflege zu senken. Die Maßnahmen sollen nun wieder rückgängig gemacht werden.

  6. Die Kehrgleise des Bahnhofes Altona (siehe Titelbild) sind derzeit nur über den Bahnhof selber erreichbar. Nun ist jedoch geplant, diese auch von Holstenstraße aus zugänglich gemacht werden. Dadurch soll im Fall einer Störung der Bahnhof Altona entlastet werden und der Einsatz von Fahrzeugen (bei Störungen) reduziert werden.

Finanziert wird die Maßnahme von DB Netz, welche für die Strecken im Hamburger S-Bahnnetz zuständig ist. Die S-Bahn Hamburg selber ist nur für die Fahrzeuge und hat damit die wenigsten Störungen zu verantworten. Auch trotz dieser Maßnahmen gibt es weiterhin noch zahlreiche Störungsursachen – vom Fahrgast, der im letzten Moment in die Bahn sprintet und damit eine Türstörung auslöst bis zum Herbststurm, welcher Bäume auf die Gleise weht.

Titelbild: Verschiedene S-Bahnen in den Abstellgleisen vom Bahnhof Altona

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