Was macht eigentlich die Baureihe 490?

Hamburgs neue S-Bahngeneration ist im Bau – und teilweise schon fertig, denn die ersten Einheiten unternehmen schon Probefahrten, um im Fahrgastbetrieb so wenig Störungen wie möglich zu verursachen. Nahverkehr Aktuell zeigt nun den aktuellen Stand und die weiteren Planungen für die Zukunft.

Seit dem 13. Februar unternimmt das erste Fahrzeug intensive Probefahrten durch das gesamte Netz, um verschiedene Tests durchzuführen. Bereits im Oktober hatte es einzelne Probefahrten gegeben (Nahverkehr Aktuell berichtete), jedoch ging es kurz darauf wieder zurück ins Werk nach Hennigsdorf bei Berlin. Nun soll auch der Herbst mit dem sich bildenden Schmierfilm auf den Schienen simuliert werden; diese Tests sollen nach Aussage der S-Bahn Hamburg primär auf der S21 zwischen Bergedorf und Aumühle erfolgen.

Aber nicht nur im Netz der Hamburger S-Bahn machen Fahrzeuge der neuen Generation Probefahrten: Wie die Leipziger Volkszeitung berichtete, unternimmt die S-Bahn Hamburg derzeit Testfahrten zwischen Mittweida und Ostrau. Hierfür werden die Bahnübergänge an der Strecke, welche eigentlich nur für eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h gesichert ist, zusätzlich mit Personal gesichert. Auch im Emsland wurden vor kurzem Probefahrten unternommen.

Vorerst noch keine Fahrgastfahrten

Bis Fahrgäste mit dem neuen Zug fahren können, dauert es jedoch noch etwas: Erst zum Jahresende sollen die ersten Probefahrten unternommen werden. Ab 2018 sollen eigentlich die Fahrzeuge der Baureihe 472 (derzeit auf den Linien S2, S11 und S21 im Einsatz) durch die Baureihe 490 ersetzt werden. Der Senat wünscht sich hingegen einen Einsatz bis 2020 – dann sollen alle Fahrzeuge (inklusive der zwölf zusätzlich bestellten Einheiten) ausgeliefert worden sein und damit ein Einsatz von Vollzügen auf der S2 und S11 sowie Langzügen auf der S3 ermöglicht werden.

Derzeit sind 72 Fahrzeuge bestellt, welche 54 Einheiten der Baureihe 472 ersetzen soll. Damit steigt die Fahrzeugreserve um sechs Fahrzeuge. Weitere Bestellungen könnten dann für die Linie S4 getätigt werden – hier kann dann auch die Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h der Zweisystemfahrzeuge ausgefahren werden. Weitere Optionen bestehen für die S32, die S21 nach Kaltenkirchen und die S4-West. Insgesamt können 74 Einheiten zusätzlich bestellt werden – jedoch nur bis September 2018: Dann endet die Bestellfrist für neue Fahrzeuge.

Die neue Baureihe bringt viele neue Innovationen: Neu sind unter anderem das Fahrgastfernsehen, eine Klimaanlage und Durchgänge zwischen den Wagen. Diese erhalten auch alle Fahrzeuge der Baureihe 474, welche derzeit einem umfangreichem Modernisierungsprogramm unterzogen wird. Eine Einheit der Baureihe 490 ist 66 Meter lang, für die Bestellung aller Fahrzeuge hat die S-Bahn etwa 335 Millionen Euro investiert. An dem Projekt waren fast 300 Ingenieure in der Planung beteiligt.

Titelbild: Ein Fahrzeug der neuen Baureihe 490 vor dem Instandhaltungswerk Ohlsdorf

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