kompakt: Hamburger Nahverkehr in Kürze

Nahverkehr Aktuell Hamburg gibt es jetzt auch in kompakter Form. Jeden Sonntag stellen wir die Themen der Woche im Bereich des Hamburger Nahverkehrs vor. Heute geht es unter anderem um switchh, Baustellen und Verbesserungen im Fahrplan:


Zwölfter switchh-Punkt am Dammtor eröffnet: Am Dammtor wurde bereits im Februar der zwölfte switchh-Punkt eröffnet. Damit sind alle Stationen des Fernverkehrs in Hamburg an das Mobilitätskonzept angebunden. Hochbahn-Vorstandsvorsitzender Henrik Falk ist begeistert: „Ab sofort ist der eigene Pkw überflüssig – StadtRAD und Carsharing sei Dank.“ Am Dammtor stehen acht Stellplätze und eine StadtRAD-Station zur Verfügung – insgesamt stehen in Hamburg etwa 1.500 Fahrzeuge zur Verfügung.


Citytunnel im Umbau: Der Citytunnel ist derzeit zwischen den Haltestellen Hauptbahnhof und Landungsbrücken gesperrt, was Auswirkungen auf das gesamte S-Bahnnetz hat (Nahverkehr Aktuell berichtete). Derzeit finden nur Maßnahmen an den Haltestellen Jungfernstieg und Stadthausbrücke statt, bis 2020 sollen jedoch alle Tunnelhaltestellen der Hamburger S-Bahn modernisiert sein. Die S-Bahn Hamburg GmbH hat nun in ihrem Blog erste Visualisierungen veröffentlicht.


Verbesserungen für Pendler aus Itzehoe: Zum Fahrplanwechsel fährt ab Hamburg-Altona um 12:34 Uhr nach Elmshorn und um 13:04 Uhr von dort zurück. Außerdem fahren abends weitere Züge von Itzehoe zum Hauptbahnhof statt nach Altona. Bislang startete dort der letzte Zug schon um 21:06 Uhr. Bereits zu den Sommerferien wird die morgendliche Verstärkerfahrt um 07:15 Uhr ab Elmshorn erst ab Tornesch eingesetzt, Anwohner hatten gegen den vollen Zug protestiert, obwohl die Elmshorner Fahrtalternativen haben.


Einwendungsphase für die S21 nach Kaltenkirchen beendet: Am 9. März endete die Einwendungsphase im Planfeststellungsverfahren für die S21 nach Kaltenkirchen auf schleswig-holsteinischem Gebiet. In Hamburg endete diese schon Monate zuvor. Zu diesem Projekt haben wir bereits in mehreren Beiträgen berichtet. Gegen das Projekt wehrt sich die Bürgerinitiative Bahnstraße, welche einen Wertverlust ihrer Grundstücke fürchtet.

Die Fahrgastinitiative Hamburg ist anderer Meinung, Sprecher Martin Potthast sagte gegenüber Nahverkehr Aktuell: „Die FIH begrüßt grundsätzlich den Ausbau des Schnellbahnnetzes, dazu gehört auch eine S-Bahn bis Kaltenkirchen“. Er zeigt jedoch Verständnis für die Anlieger an der Bahnstraße: „Um Enteignungen wie in Ellerau zu vermeiden, sollte die Tunnellösung ernsthaft untersucht werden, alternativ könnte das zweite Gleis zulasten der Straße gebaut werden und eine Umgehungsstraße gebaut werden“. Auch sieht die FIH Probleme in der Wahl der Linie S21: „Die geplante Linie S21 erreicht nicht einmal Altona, ein wichtiger zentraler Ort neben der Hamburger Innenstadt“, stattdessen schlägt er die S3 vor, welche die Höchstgeschwindigkeit der neuen S-Bahngeneration am anderen Linienende voll ausfahren könnte.


Deutsche Bahn macht Hausbesuche zur S4: Die Deutsche Bahn schreitet im Bereich der Bürgerbeteiligung zur geplanten S4 nach Bad Oldesloe noch weiter voran: Nach diversen Bürgersprechstunden und einer Informationsveranstaltung im Januar (Nahverkehr Aktuell berichtete) tritt die Bahn nun mit Hausbesuchen in den direkten Dialog mit rund fünfzig Grundstückseigentümern entlang der Strecke. Rund 120.000 m² müssen allein im ersten Planfeststellungsabschnitt von der Bahn erworben werden.


Mehr Fahrten auf Linien 223 und 330: Ab dem 20. März gibt es Verbesserungen für die Vier- und Marschlande. Die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein GmbH richtet nach den Winterferien zusätzliche Fahrten ein. Auf der Linie 223 beginnt die morgendliche Fahrt um 7:05 ab Overwerder bereits neun Minuten früher an der Schule Ochsenwerder. In Gegenrichtung werden die Fahrten um 13:37 und 14:27 Uhr ab Bf. Bergedorf von Overwerder zur Schule Ochsenwerder verlängert.

Auf der Linie 330 wird an Schultagen eine zusätzliche Fahrt um 6:53 Uhr von der U-Bahnhaltestelle Billstedt zur S-Bahnstation Mittlerer Landweg eingerichtet. Mit der Angebotserweiterung auf den beiden Linien werden der Billwerder Billdeich, der Gauter Elbdeich und der Ochsenwerder Elbdeich besser erschlossen und die Sicherheit auf dem Schulweg erhöht.


Nahverkehr in Schleswig-Holstein ist pünktlicher: Die NAH.SH hat nun die Pünktlichkeitswerte für die Linien im schleswig-holsteinischem Regionalverkehr veröffentlicht. Schlusslichter sind die Linien RE83 (Lüneburg – Lübeck – Kiel) und RE6 (Hamburg – Westerland) mit Werten bei 87,4 und 88,1 Prozent. Spitzenreiter sind die Linien RB86 (Lübeck – Lübeck-Travemünde Strand) und A3 (Ulzburg Süd – Elmshorn) mit Werten bei 99,5 und 99,2 Prozent.

Der Durchschnitt liegt bei 93,8 Prozent, was eine Verbesserung um einen Prozentpunkt im Vergleich zum Januar 2016 darstellt. Im vergangenem Quartal gab es massive Einbußen (Nahverkehr Aktuell berichtete). Profitiert hat der Nahverkehr insbesondere von dem vergleichsweise mildem Winter.


Bahnstationen in Schleswig-Holstein gut: In der inzwischen 31. Qualitätskontrolle im Auftrag der NAH.SH fast alle Bahnhöfe und Haltepunkte in Schleswig-Holstein untersucht. Besonders gut schnitten dabei wie immer Anlagen der AKN und der neg in Nordfriesland ab. Zu den besten Bahnhöfen gehört somit beispielsweise Wiemersdorf auf der A1. Am schlechtesten schnitt der Bahnhof Burg in Dithmarschen ab: Dieser erhielt die Note 5 auf Grund fehlender Beleuchtung und eines defekten Fahrkartenautomaten. Insgesamt erreichten die Bahnstationen in Schleswig-Holstein einen Wert von 2,33, was eine Verbesserung von 0,06 Notenpunkten im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Den vollständigen Bericht finden Sie hier.


Kein 24h-Ticket für Hamburg: Das von der FDP geforderte 24h-Ticket wird vom Hamburger Verkehrsverbund abgelehnt. Grund hierfür sind unter anderem höhere Kosten und Probleme in der Integration von Sperrzeiten. Zudem hat man sich im VDV darauf geeinigt, dass Tageskarten nur noch bis Betriebsschluss gelten sollten. Trotzdem gibt es derzeit noch Ausnahmen, wie beispielsweise in Schwerin. In Hamburg gibt es neben der Ganztageskarte auch eine 9-Uhr-Tageskarte, welche nicht in der morgendlichen Hauptverkehrszeit gilt.


nordbahn-Zug zum Stadtjubiläum von Glückstadt unterwegs: Wie bereits berichtet, fährt die nordbahn als Botschafter für das 400-jährige Stadtjubiläum von Glückstadt zwischen Hamburg, Itzehoe und Wrist. Unter dem ersten der vier Mottos fertigten die Künstlerinnen Margarete Olschowska und Wiebke Möller Portraits von Reisenden an. In den kommenden Monaten finden weitere Aktionen statt.


Wie geht es weiter auf der Marschbahn? Die NAH.SH hat nun umfangreiche Informationen zur Marschbahn (RE6 und RB62) veröffentlicht. Einige Monate nachdem alle Wagen der Nord-Ostsee-Bahn aus dem Verkehr genommen werden mussten, läuft der Verkehr immer noch nicht wieder normal. Derzeit werden diverse Züge eingesetzt, die jedoch aufgrund ihres Alters sehr störanfällig sind. Neben den Kupplungsschäden gibt es derzeit auch Probleme mit Schimmel in den Married-Pair-Wagen. Wann genau die Wagen wieder eingesetzt werden können, ist derzeit unklar. Die neue Informationsseite finden Sie hier.


Linke fordert „erweiterte Mobilitätskarte“ für Flüchtlinge: Seit etwas mehr als einem Jahr gibt es für Flüchtlinge eine Mobilitätskarte. Die Linke kritisiert, dass die Verkehrsanbindung in den zentralen Erstaufnahmeeinrichtungen Bad Segeberg und Nosdorf nur schlecht ist und diese außerdem keine Mobilitätskarte erhalten, obwohl gerade diese auf eine günstige Verbindung nach Hamburg angewiesen sind. Neben einer erweiterten Mobilitätskarte wurde die Prüfung einer möglichen Errichtung einer Fahrradleihstation in Nosdorf beantragt.


Die nächste kompakt-Ausgabe erscheint am 19. März 2017.

Ein Gedanke zu „kompakt: Hamburger Nahverkehr in Kürze

  • 12.03.2017 um 22:04
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    Zu den Einwendungen gegen die S21 nach Kaltenkirchen: Eine gute/bessere Schnellbahnverbindung in die City müsste den Wert der Grundstücke doch eigentlich steigern. Der Tag wird kommen, an dem man nicht mehr täglich mit dem Auto in die Stadt fahren kann/darf. Und das ist gut so!

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