U4 nach Kirchdorf: Neue Liberale fordern Machbarkeitsstudie

Die Fraktion der Neuen Liberale fordert in der Bezirksversammlung eine Machbarkeitsstudie für eine U4-Verlängerung in Richtung Süden. Während die Befürworter mit vollen S-Bahnen und Bussen argumentieren, führt der Senat das geringe Fahrgastpotenzial auf dem kleinen Grasbrook an.

Mit der U-Bahn-Verlängerung könnte die hoch frequentierte MetroBus-Linie 13 ersetzt werden und das Reiherstiegviertel und Kirchdorf einen U-Bahn-Anschluss erhalten. Eine günstigere von der Handelskammer vertretende Variante bestünde in der Führung als U-Stadtbahn, welche jedoch derzeit mehrheitlich abgelehnt wird.

Die verlängerte U4 würde aber auch die Harburger S-Bahn entlasten: Schon heute können Pendler von der Elbinsel in der Hauptverkehrszeit in die schon von Pendlern südlich der Elbe vollen Bahnen einsteigen, was dort für großen Unmut sorgt. Zudem ist dies sie einzige Verbindung zwischen Hamburg und dem Süderelberaum, bei Sperrungen könnte die U4 eine praktische Alternative darstellen.

Zu wenig Potenzial

Der Senat führt hingegen das zu geringe Fahrgastpotenzial auf dem kleinen Grasbrook an, durch welchen die U4 in Richtung Kirchdorf fahren müsste. Der Streckenabschnitt von den Elbbrücken zur Veddel mache das Projekt volkswirtschaftlich nicht förderungsfähig und die Stadt müsste die gesamten Baukosten selber tragen. Hoffnung hätte im Falle einer erfolgreichen Olympiabewerbung bestanden, wenn dort neue Wohnungen und die U-Bahn gebaut worden wären.

Entlastung für die hoch frequentierte Harburger S-Bahn soll mittelfristig die neue Verstärkerlinie S32 bringen, außerdem wurden zusätzliche Fahrzeuge der Baureihe 490 bestellt, um mehr Langzüge auf der Linie S3 einsetzen zu können. Damit würde die Kapazität auf dieser Strecke um fast die Hälfte erhöht.

Außerdem stehen derzeit andere wichtigere Projekte auf der Agenda: Dazu gehören die S-Bahnen nach Bad Oldesloe und Kaltenkirchen und U-Bahnen zum Osdorfer Born, Horner Geest und nach Bramfeld. Erst wenn all diese Vorhaben, die insgesamt mehrere Milliarden Euro kosten, voraussichtlich 2040 fertiggestellt sind, könne über weitere Ausbauten nachgedacht werden.

Titelbild: Derzeit wird die U4 nur bis zu den Elbbrücken gebaut © Roman Berlin

2 Gedanken zu „U4 nach Kirchdorf: Neue Liberale fordern Machbarkeitsstudie

  • 15.04.2017 um 10:15
    Permalink

    Der Bund hat gerade die Förderung für ÖPNV-Projekte bis 2025 gedeckelt. Es scheint also eher die Frage, ob die S4 und U5 (wie geplant) gebaut werden, als dass noch zusätzlicher Ausbau weiterer U-Bahnlinien hinzukommen dürfte.

    Antwort
  • 16.04.2017 um 20:26
    Permalink

    Man könnte die U4 ja erst einmal ohne Haltestellen über den Kleinen Grasbrook fahren lassen. Diese könnten dann bei Bedarf nachträglich eröffnet werden. Dies ist schon in der Vergangenheit beim Hamburger U-Bahnbau geschehen.

    Antwort

Kommentar verfassen