Kein City-Ticket für Bergedorf

Die Bezirksversammlung Bergedorf wollte ein sogenanntes „City-Ticket“ für Bergedorf und umliegende Stadtteile und Gemeinden einführen. Der Hamburger Verkehrsverbund argumentiert jedoch in einer Stellungnahme, die Nahverkehr Aktuell vorliegt, dass dieses Ticket nicht den Grundlinien des HVV entsprächen. Außerdem beschäftigt sich die Bezirksversammlung mit dem Erhalt der Haltestelle Borghorst.

Mit dem geforderten City-Ticket könnten Fahrgäste in um Bergedorf zum Preis von 2,50 € für eine Fahrt die Verkehrsmittel im Hamburger Verkehrsverbund nutzen. Hierbei würde ein Umsteigen den Fahrpreis nicht erhöhen und die Fahrt für Einwohner aus äußeren Gebieten nach Bergedorf günstiger. Gleichzeitig müssten sich nicht mit dem HVV-Tarif auseinander setzen, welcher je nach Fahrkartenart durch Ringe, Zonen und Zahlgrenzen berechnet wird.

Der Hamburger Verkehrsverbund hat diesen Vorschlag der Linken-Fraktion in der Bezirksversammlung Bergedorf aus zwei wesentlichen Gründen abgelehnt: Zum einen würde sich ein solches Ticket für die wenigsten Fahrgäste lohnen, denn die Bergedorfer Innenstadt ist für die meisten bereits heute mit einer Fahrkarte in der Kurzstrecke (1,50 €) oder im Nahbereich (2,20 €) erreichbar.

Das Bergedorfer City-Ticket würde sich demnach nur für weiter entfernte Orte lohnen, welche über eigene oder andere näher gelegene Geschäftszentren verfügen. Durch diejenigen, die von einem solchen Ticket profitieren würden, entstehen natürlich auch geringere Einnahmen. Um diese zu kompensieren, müssten Fahrgastzuwächse von 28 Prozent erzielt werden.

Zum anderen entspräche solch ein Ticket der Vereinheitlichung des Verkehrs, einer der Kerngedanken des Hamburger Verkehrsverbundes. Zwar gibt es City-Tickets in größeren Gemeinden außerhalb Hamburgs, diese dienen jedoch als Ersatz für die dort nicht vorhandenen Kurzstrecken- und Nahbereichskarten. Die Bezirksversammlung hatte sich gleichzeitig eine Entlastung der S21 durch geringeren Einkaufsverkehr zur Hamburger Innenstadt erhofft, diese ist jedoch während der Kerneinkaufszeiten nach Aussage des Hamburger Verkehrsverbundes gar nicht notwendig.

Haltestelle Borghorst soll bleiben

Ein weiteres Thema ist der Erhalt der Haltestelle Borghorst in Altengamme der Buslinien 120 und 439. Nachdem der Linienlauf der Linie 439 verändert worden war, verlängerte sich die Fahrzeit dieser Buslinie. Um weiterhin einen Übergang zu gewährleisten, sollte die Bedienung der Haltestelle Borghorst, die nun eine Schleifenfahrt erfordert, entfallen. Eine frühere Abfahrt in Geesthacht oder eine spätere Abfahrt in Borghorst ist auf Grund wichtiger Anschlüsse nicht möglich. Eine längere Fahrzeit mache die Linien zudem unattraktiv.

Der zuständige Regionalausschuss ist damit jedoch nicht einverstanden und fordert entsprechende Anpassungen, damit die Linien 120 und 139 wieder die Haltestelle Borghorst bedienen können, wenngleich das täglich nur etwa sechs Fahrgäste betrifft. Diese könnten auch mit der Linie 228 nach Bergedorf und anschließend mit der S-Bahn zum Hauptbahnhof fahren und wären damit sogar schneller am Ziel. Am 27. April entscheidet die Bezirksversammlung, ob sie sich ebenfalls für einen Erhalt bei der BWVI einsetzt.

Titelbild: Ein Bus der Linie 12 nach Allermöhe am Bergedorfer ZOB

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