Rot-grüner Senat: Über 1.500 Elektrobusse bis 2030

In spätestens fünfzehn Jahren soll die Busflotte von VHH und Hochbahn ausschließlich aus emissionsfreien Bussen bestehen – bereits ab 2020 werden die Verkehrsunternehmen nur noch diese bestellen. Derzeit gibt es verschiedene Projekte in Hamburg, in denen der Einsatz von Elektrobussen getestet wird.

Die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein GmbH testet bereits seit 2014 einen elektrischen Midi-Bus aus Italien für die Blankeneser Kleinbuslinien 48 und 49, im vergangenen Jahr kam ein weiteres Fahrzeug hinzu. Seit Januar ist einer der neuen elektrischen Gelenkbusse des Herstellers VanHool in Hamburg (Nahverkehr Aktuell berichtete), welcher derzeit Testfahrten ohne Fahrgäste unternimmt.

Die Hamburger Hochbahn hat für Busse mit neuen Antrieben eigens die Stadtbuslinie 109, welche zwischen Alsterdorf und der Innenstadt verkehrt, als Innovationslinie ausgewählt. Hier kommen neben „Vergleichsfahrzeugen“ viele verschiedene Busse mit unterschiedlichen Antrieben zum Einsatz. Am Gleisdreieck entsteht derzeit ein Betriebshof, welcher eigens auf die Bedürfnisse von Elektrobussen abgestimmt ist.

Elektrobusse sind doppelt so teuer wie herkömmliche Fahrzeuge

Die Hamburger Hochbahn ist darüber hinaus mit der VHH in Hamburg und der BVG in Berlin eine Kooperation eingegangen, um künftig günstiger und einfacher Elektrobusse beschaffen zu können. Ein neuer Elektrobus kostet derzeit etwa 600.000 Euro – doppelt so viel wie ein normales Dieselfahrzeug.

Obwohl es derzeit so viele verschiedene Projekte in der Elektromobilität gibt, ist derzeit nirgendwo die Serienproduktion von Elektrobussen gestartet. Diese ist aber erforderlich, um diese wirtschaftlich beschaffen und einsetzen zu können. „Die Hochbahn geht davon aus, dass die Serienproduktion bald gestartet wird und dann sind Elektrobusse nicht teurer als Dieselbusse“, sagte Pressesprecher Christoph Kreienbaum vergangene Woche gegenüber der Hamburger Morgenpost – gleichzeitig hat die Hamburger Hochbahn in diesem Jahr nur zehn Elektrobusse und 120 Fahrzeuge mit Dieselmotor bestellt.

Ab 2020 können die Verkehrsbetriebe in Hamburg nur noch Fahrzeuge mit emissionsfreien Antrieben bestellen. Spätestens in fünfzehn Jahren sollen dann bei VHH und Hochbahn alle Dieselbusse ersetzt worden sein. Bis 2030 sollen außerdem alle bestehenden Betriebshöfe mit entsprechenden Ladeeinrichtungen versehen worden sein – das geht aus einer Studie der beiden Unternehmen und Stromnetz Hamburg hervor. In Bergedorf wird derzeit für zehn Millionen Euro die Werkstatt modernisiert (Nahverkehr Aktuell berichtete).

Am 10. Mai ist dies Thema in der Hamburgischen Bürgerschaft, in einem Antrag setzen sich die Fraktionen von SPD und Grüne dafür ein, dass Fördermittel vom Bund beantragt werden, sowie die Verkehrsunternehmen in ihrem Bemühen, ab 2020 ausschließlich emissionsfreie Busse einzusetzen, zu unterstützen.

Titelbild: Einer der neuen elektrischen VanHool-Gelenkbussen der VHH © Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein GmbH

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