Ausgemusterte AKN-Triebwagen fahren für eine Woche in Lüneburg

AKTUALISIERT · Vom 15. Mai bis zum 19. Mai findet wieder ein regelmäßiger Verkehr auf der Bleckeder Kleinbahn statt. Unter Bedienung der Haltestellen Lüneburg, Scharnebeck, Neetze und Bleckede wird ein Zwei-Stunden-Takt mit einer Lücke zum Vormittag angeboten. Zum Einsatz kommt ein VTE, welcher ursprünglich bei der AKN beheimatet war. Die Mitfahrt erfolgt zum HVV-Tarif.

Bei dem Angebot handelt es sich um eine Verkehrsstudie vom Stadt- und Kulturraumforscher Prof. Dr. Peter Pez. Aus diesem Grund sollen die Fahrgäste auch anonym einen Fragebogen ausfüllen. Zwar ähnelt der „S-Bahnverkehr auf Probe“ zumindest im Takt eher einer Regionalbahn, aber „vielleicht ist das ja eine Option für die Zukunft“, sagte der Bleckeder Bürgermeister Jens Böther (CDU) kürzlich in einem Interview mit der Landeszeitung.

Nach dem derzeit geplanten Fahrplan sollen fünf Fahrten von Bleckede nach Lüneburg und zurück durchgeführt werden, die Fahrzeit beträgt vierzig Minuten. Die Mitnahme von Fahrrädern ist in der Hauptverkehrszeit in Lastrichtung nicht gestattet. Auf den Fahrten gilt der HVV-Tarif, alternativ werden auf dem Zug Fahrkarten zum Preis von 3,20 € verkauft, welche nur für diese Fahrt gilt. In Lüneburg besteht Anschluss an den Metronom von und nach Hamburg und Uelzen.

Zum Einsatz kommt ein VT2E der Nebenbahn Straßfurt-Egeln, welcher bis 2015 bei der AKN auf den Linien A1 und A3 zum Einsatz kam. Die Fahrzeuge sind nicht barrierefrei, zum Einstieg muss eine Stufe überwunden werden. Ein moderner Regionalverkehr könnte mit einem LINT erfolgen, zukünftig möglicherweise sogar mit Wasserstofftriebwagen.

Die Strecke von Lüneburg nach Bleckede wurde bereits 1904 eröffnet, jedoch als Schmalspurbahn. Die heutige Kleinbahn entstand im Zuge der Neutrassierung 1919 ohne Umweg über Karze. 1943 wurde die Verlängerung über Alt-Garge zum Kraftwerk Ost-Hannover eröffnet, ein Teil dieser Strecke dient heute für Drasinenfahrten. 1977 wurde der Personenverkehr von Lüneburg nach Bleckede eingestellt.

Museumsbahn reaktiviert Strecke

Seit 2010 findet wieder Personenverkehr auf der Strecke statt – allerdings nur an einigen Wochenenden im Jahr. Es handelt sich um Museumsfahrten der Verkehrsfreunde Lüneburg, welche unter dem Namen „Heide-Express“ vermarktet werden. Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des Heide-Express.

Dieses Angebot dient jedoch überwiegend touristischen Zwecken. Berufstätige, die in Neetze oder Bleckede wohnen und in Lüneburg arbeiten, nutzen die im Stundentakt verkehrende Buslinie 5100. Der Bus erreicht zwar Lüneburg fünf Minuten eher, steht jedoch häufig im Stau. Mit Verbesserung der Streckeninfrastruktur und durch den Einsatz schnellerer Fahrzeuge könnte sich dieser Zeitvorteil jedoch auflösen – die Bahn würde dann nur noch 29 Minuten benötigen.

» Download des Aushangs mit dem Fahrplan und weiteren Informationen (PDF, 79 KB)

Titelbild: Ein Triebwagen vom Typ VTE noch im Planeinsatz in der Haltestelle Sparrieshoop

2 Kommentare

  1. Das ist wieder mal typisch. Die Bahn bräuchte überhaupt nicht tröten, wenn die Autofahrer, Radfahrer und manchmal auch die Fußgänger bei den Bahnübergängen die Vorfahrt der Eisenbahn achten würden. Tun sie aber nicht und sie verhalten sich obendrein rücksichtslos. Um Unfälle zu vermeiden, musste länger getrötet werden.

    Alles klar?

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