VHH-Exqui.City erstmals mit Fahrgästen unterwegs

Seit gestern unternehmen die neuen elektrischen Gelenkbusse der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein ihre Testfahrten auf den MetroBus-Linien 2 und 3 auch mit Fahrgästen. Zuvor legten die Fahrzeuge bereits fast 10.000 Kilometer ohne Fahrgäste bei Testfahrten in der Hansestadt zurück. Für Rückmeldungen von Fahrgästen richtete das Verkehrsunternehmen einen Online-Fragebogen ein.

2016 wurde der neue Exqui.City auf der „Transport Public 2016“-Messe in Paris vorgestellt, Anfang Januar kam das erste Fahrzeug dann schließlich in Hamburg ein (Nahverkehr Aktuell berichtete) und unternahm erste Testfahrten ohne Fahrgäste. Nun können diese sich selbst ein Bild vom futuristischen Design und komfortablen Fahrgefühl bilden. Zum Einsatz kommen die Fahrzeuge auf der MetroBus-Linie 2 zwischen Stadionstraße und Altona, sowie auf der MetroBus-Linie 3 zwischen Stadionstraße und Rathausmarkt (Petrikirche).

„Nachdem wir viele wertvolle technische Erkenntnisse im Umgang mit diesen E-Bussen sammeln konnten, werden wir nun sehen, ob es im Fahrgastbetrieb noch etwas zu verbessern gibt. In dieser Testphase können erstmals unsere Fahrgäste die Elektro-Gelenkbusse erleben.“, sagte VHH-Geschäftsführer Jan Görnemann.

120 Kilometer ohne Nachladen

Der „Exqui.City“ ist 18,61 Meter lang, bietet Platz für 107 Fahrgäste und kann ohne Nachladung etwa 120 Kilometer weit fahren. Die Batterie wiegt 2.500 Kilogramm und verfügt über eine Speicherkapazität von 215 Kilowattstunden. Sie kann entweder über einen „Plug-In-Stecker“ an speziellen Ladesäulen (zum Beispiel am Betriebshof) oder über eine Dachladeeinrichtung in einer zehn Minuten andauernden Schnellnachladung „aufgetankt“ werden.

Die VHH hat bereits andere Fahrzeuge mit elektrischem Antrieb im Einsatz: Auf den Linien 48 und 49 verkehrt bereits seit 2014 ein elektrischer Midibus des italienischen Herstellers Rampini, welcher während der regulären Pausen am Blankeneser Bahnhof wieder beladen wird. 2016 wurde ein weiteres Fahrzeug dieser Bauart in Dienst gestellt. Außerdem verfügt das Verkehrsunternehmen über einige Hybridbusse und elektrische Kleinwagen für die Betriebslenkung. Auf dem Betriebshof der VHH in Bergedorf wird derzeit für zehn Millionen Euro eine Werkstatt für die Instandhaltung von Elektrobussen umgebaut (Nahverkehr Aktuell berichtete).

Zur Feststellung der Kundenzufriedenheit hat die VHH einen Online-Fragebogen erstellt. Wenn Sie mit einem der neuen Elektrobusse gefahren sind, können Sie diesen Fragebogen hier ausfüllen. Gefragt wird nach dem Gesamteindruck, das Fahrgefühl, die Fahrgeräusche, die Sitzplätze und die Anordnung der Haltestangen auf einer Skala von eins bis fünf bewerten, anschließend ihre positiven und negativen Erfahrungen äußern und abschließend generelle Prioritäten im Bus angeben.

Ab 2020 werden nur noch Elektrobusse beschafft

Ab 2020 dürfen die Verkehrsunternehmen in Hamburg nur noch Fahrzeuge mit innovativen Antrieben beschaffen, noch werden diese aber nicht serienmäßig hergestellt. Mit den derzeitigen Probefahrzeugen ist man auf der Suche nach der optimalsten Antriebsweise. 2032 soll die gesamte Flotte von VHH und Hochbahn (also mehr als 1.500 Fahrzeuge) nur noch aus Fahrzeugen ohne Ausstoß von Abgasen bestehen (Nahverkehr Aktuell berichtete). Dazu möchte der rot-grüne Senat auch auf Fördermittel vom Bund zurückgreifen.

Um die Innovation voranzutreiben, ist die VHH Partnerschaften mit der Hamburger Hochbahn und dem Fahrzeughersteller MAN eingegangen. Auch zwischen Hamburg und Berlin gibt es ein entsprechendes Abkommen: Indem beide Städte künftig Elektrobusse gemeinsam beschaffen, sollen die Kosten hierfür gesenkt werden.

Titelbild: Der Exqui.City bei der Ladung © Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein

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