Bezirk möchte U-Bahnhaltestellen umbenennen

Die Bezirksversammlung Wandsbek möchte drei Haltestellen in ihrem Bezirk umbenennen – die Gründe dafür sind vielfältig. Um die Kosten möglichst gering zu halten, soll die Umbenennung erfolgen, wenn bereits eine größere Änderung im Netz vollzogen wird. Eine Realisierung gilt dennoch als unwahrscheinlich.

Bereits vor einigen Wochen hatte es Forderungen der Bezirksversammlung gegeben, die Haltestelle Straßburger Straße in Dulsberg umzubenennen, um den in Hamburg relativ unbekannten Stadtteil prominenter zu machen. Doch diese Forderungen wurden – unter anderem mit Verweis auf die Kosten – abgelehnt (Nahverkehr Aktuell berichtete).

Drei Haltestellen sollen umbenannt werden

Die Haltestelle Ritterstraße soll nach Wunsch der Bezirksversammlung in Eilbek umbenannt werden. Ähnlich wie Dulsberg ist dieser zentral gelegene Stadtteil relativ unbekannt, mit der Umbenennung könnte Eilbek bekannter werden. Allerdings ist die Haltestelle Ritterstraße ganz im Motiv des Ritters gehalten, eine Umbenennung würde also zu einem Verlust des Bezugspunktes führen.

Die Haltestelle Wandsbek-Gartenstadt soll den Zusatz Bundeswehrkrankenhaus erhalten. Damit soll Besuchern dieser Einrichtung, welche sich relativ nah an der U-Bahnhaltestelle befindet, die Anreise erleichtert werden. Aus Platzgründen könnten die in Wandsbek-Gartenstadt endenden Züge der U3 dieses zusätzliche Ziel nicht anzeigen.

Eine Umbenennung der Haltestelle Trabrennbahn war schon häufiger ein Thema auf der politischen Tagesordnung. Der Grund: Die dortige Trabrennbahn gibt es schon seit Jahrzehnten nicht mehr, das Gelände wurde inzwischen mit Wohnungen überbaut. Aufgrund des Haltestellennamens verirren sich jedoch immer wieder Besucher von außerhalb zu dieser Haltestelle, weil die Bahrenfelder Trabrennbahn über keinen Schnellbahnanschluss verfügt. Die Bezirksversammlung schlägt für eine Umbenennung keinen Namen vor, die Bezeichnung Traberweg gilt jedoch als sichere Alternative.

Behörde soll Verhandlungen aufnehmen

Nun soll die Verkehrsbehörde die Verhandlungen mit der Hamburger Hochbahn aufnehmen. Eine wirkliche Umbenennung gilt jedoch als unwahrscheinlich: Zum einen kostet diese Geld, zum anderen führen Umbenennung erfahrungsgemäß zu Verwirrungen bei den Fahrgästen. Eine Ausnahme bildet an dieser Stelle die Haltestelle Trabrennbahn, doch in der Vergangenheit sind auch hier alle Versuche zur Umbenennung gescheitert.

Titelbild: Eilbek statt Ritterstraße © Roman Berlin

5 Kommentare

  1. So ist das eben in unserem Bezirk Wandsbek. Immer schön kostentreibende Nebensächlichkeiten statt einer attraktiven, zukunftsfähigen Verkehrspolitik.
    Gerade der vielleicht am meisten SPNV-seitig überversorgte Hamburger Stadtteil (3 U-Bahn-, 4 S-Bahn- und 1 RB-Station(en) erschließen diesen relativ kleinen Stadtteil) soll noch ein Sahnehäubchen drauf bekommen. (Naja unser Bezirksamtsleiter hätte ihn ja gern als „Szenestadtteil“.) Andere Bereiche des Bezirks haben keinen oder keinen vernüftigen Schienenanschluss, nur z.B. diese grässliche RB81 (heute erst wieder ausgefallen) oder diese unattraktiven, langsamen Busse, wie die Schienenersatzverkehrslinie 9.

    • Welche Stationen meinen Sie, wenn Sie von „3 U-Bahn-, 4 S-Bahn- und 1 RB-Station(en)“ schreiben? Beziehen Sie sich dabei auf den Stadtteil Wandsbek oder den Bezirk Wandsbek? Ich komme in Wandsbek auf gerade einmal 2 U-Bahnstationen (Wandsbek Markt, Wandsbek Gartenstadt) und einer halben S-Bahnstation (Wandsbeker Chaussee/ auf der Grenze zum Stadtteil Eilbek). Selbst der Bahnhof Wandsbek liegt eigentlich schon im Stadtteil Marienthal und erschließt damit auch wieder 2 Stadteile.
      Weitere Station im Stadtteil Wandsbek fallen mir persönlich jetzt nicht ein. Vielleicht könnten Sie mir da ja helfen.

      • Ich hatte den Stadtteil Eilbek gemeint und bin davon ausgegangen, dass das auch selbsterklärend sei. Außerdem hatte ich natürlich auch die Stationen mit einbezogen, die am Rand liegen und somit auch Teile von Eilbek erschließen. Das wären dann:
        U1: Wartenau, Ritterstraße, Wandsbeker Chaussee
        S1/S11: Landwehr, Hasselbrook, Wandsbeker Chaussee, Friedrichsberg
        RB81: Hasselbrook

        • Wovon sich aber, bis auf die U-Bahnstation Ritterstraße, alle Stationen an den Grenzen des Stadtteils befinden. Auch sind für das Einzugsgebiet einer U- oder S-Bahnstation die Stadtteilgrenzen völlig egal. Deshalb kann ich dann Ihre Aussage Eilbek sei der „am meisten SPNV-seitig überversorgte Hamburger Stadtteil“, nicht ganz nachvollziehen. Vor allem wenn man bedenkt, dass für die meisten nur von Interesse ist, zu welcher Station komm ich fußläufig am schnellsten.
          Und deswegen gehen Menschen aus Hamm zur Station Hasselbrook, Leute aus Hohenfelde zur Station Wartenau und Einwohner aus Borgfelde zur Station Landwehr.

          • Ich möchte keine Haarspalterei betreiben, aber ich hatte ja geschrieben: „der VIELLEICHT am meisten SPNV-seitig überversorgte Hamburger Stadtteil“. Und auf die Haltestellen am Rand habe ich auch hingewiesen.

            Es geht mir jedoch um etwas Grundlegendes. Wenn Sie schreiben „Vor allem wenn man bedenkt, dass für die meisten nur von Interesse ist, zu welcher Station komm ich fußläufig am schnellsten.“, dann ist das für mich ein „Luxusproblem“, was sicher für Eilbeker, aber auch Eimsbüttler, Schanzenbewohner, Hammer usw. Thema ist.
            Ich wohne jedoch in Tonndorf. Und da sieht es schon ganz anders aus: Für mich gibt es nicht die Wahl „geh ich zu der oder der Haltestelle“, sondern ich kann entweder alle halben Stunden zur RB81 gehen (oder rennen, wenn die Zeit knapp wird). Vielleicht habe ich Glück und sie fährt ja. Oder ich lasse mich auf das elend lange Wagnis SEV 9 + U1 ein. Oder ich fahre Auto. Das sind die Alternativen für Tonndorfer (oder auch Rahlstedter). Und dann gibt es ja noch Stadtteile, die gar keinen Bahnanschluss haben.

            Das ist doch das typisch Hamburger Problem, dass einige Stadtteile gar nicht wissen, wie gut sie es haben mit ihrer ÖPNV-Anbindung und andere dagegen völlig abgehängt sind von einem attraktiven Nahverkehr. Und man weiß, es tut sich nichts oder es wird sogar noch von Jahr zu Jahr schlechter. Das Einzige was sicher kommt, ist die nächste Fahrpreiserhöhung. Und da wird kein Unterschied gemacht, wie gut oder schlecht man angebunden ist.

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